Videogame

Das Medium bestimmt die Form.

Tanz - Logo

Das ist doch mal eine schöne Geschichte. Eine mit Happy End, also zumindest scheinen die Akteure ganz zufrieden. Wie jede gute Geschichte ist sie ziemlich kompliziert. Viele Volten. Aber weil‘s so schön ist, hier schon mal das Ende vorweg: Die junge schwarze Tänzerin Jalaiah Harmon ist der Star im Clip «Video Game» von US-Musiker Sufjan Stevens. Ein bezauberndes Tanz-Musikvideo, schlicht, aber intensiv: Da orgeln Synthesizerklänge wie in der Kirche. Dann chilligsatte Drums, und die sanfte Stevens-Stimme singt: «I don‘t wanna play your video game».

Dazu tanzt Jalaiah Harmon im schwarzen Gaze-Hosenanzug vor psychedelisch-farbintensiven Backgrounds ihre coolen «Woah»-Arme: Schnörkel, Schlenker, Hit und Schwung. Kleine animierte Lichtkugeln umfliegen sie, zarte Blütenkelche, eine Libelle. Jalaiah als schwarze gütige Fee, sehr betörend. Nur manchmal steht sie auf einem kreisenden Podest wie ein Avatar im Shop von «Fortnite». Also doch bloß Gamer-Ware?

Von vorne: Ein 14-jähriges schwarzes Mädchen tanzt in seinem karg eingerichteten Kinderzimmer zum Song «Lottery» von K-Camp. Jalaiah Harmon lebt in Atlanta, will Tänzerin werden und lässt sich wie so viele ihres Alters von TikTok ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Unterwegs, Seite 108
von Nicole Strecker

Weitere Beiträge
Ungarn 2021

Die Darstellenden Künste in Ungarn wurden aufgrund der mangelnden staatlichen Fürsorge ganz besonders von der Covid-19-Pandemie getroffen. Während der eineinhalbjährige Ausnahmezustand für diejenigen, die an großen, staatlich subventionierten Häusern engagiert waren, in erster Linie eine mentale Herausforderung darstellte, hat sich die Krise für die in der Freien...

Josep Caballero García

… Eine Arbeit mit Jugendlichen in Düsseldorf, denen ich und meine Kollegin Kamila Kurczewski nie analog begegnet sind.

Produktiv sein müssen und choreografische Gruppenarbeit gewährleisten, um die Lage zu retten? Nein, ich hatte keinen Bock. Ich habe mich eher auf einzelne Proben oder Gespräche konzentriert; erst mal, um einen Raum zu schaffen, in dem jede*r sich...

Madison Young

Ganz klar: Die zurückliegenden eineinhalb Jahre waren eine enorme Herausforderung für die gesamte Kunstwelt. So vieles, was wir bis dahin als selbstverständlich erachtet hatten, war uns plötzlich nicht mehr zugänglich. Ich persönlich war überwältigt von Gefühlen der Hilflosigkeit. Zugleich eröffneten sich in jenen Monaten aber auch viele Möglichkeiten, die es zu...