Umdeutung

Performance- statt Gebrauchsgegenstand: Claire Cunningham macht ihre Krücken zu Kunstobjekten. Dafür wird sie gewürdigt, beim Tanzpreis und hier

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Grauer Pullover, orangefarbene Müllmannhosen, Käppi und Boots in denselben Farbtönen, eine verspiegelte runde Brille – das Foto zu ihrer Performance «Beyond the Breakwater» zeigt Claire Cunningham sehr cool am gleichnamigen Strand der US-amerikanischen Ostküste. Es ist vor allem die Dynamik ihrer Bewegung, die das Bild so außergewöhnlich macht: Der Körper bildet eine schwungvolle Linie zwischen Erde und Himmel, neigt sich in atemberaubender Schräglage zugleich dem Betrachtenden und dem Boden zu.

Die eine Krücke steht fast senkrecht im Kies, die andere wird von der Performerin in einem spitzen Winkel aufgesetzt. Eine perfekte Balance zwischen vier Punkten, die die Erde berühren.

Tatsächlich sagt Claire Cunningham, sie habe vier Beine statt zwei – und wer sie tanzen sieht, weiß, was sie meint. Die schottische Performerin hat eine ungeheuer leichtfüßige Art entwickelt, mit ihren Krücken zu tanzen und zu improvisieren. Wie keine zweite schwingt sie elegant um sie herum, kann sich mühelos im Flow mit ihnen bewegen, auf virtuose Weise den Raum durchmessen, hoch schaukeln, sanft landen. In «The Way You Look (at Me) Tonight» (tanz 11/16), ihrem zu Recht hochgelobten Duett mit Jess Curtis, ...

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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Elisabeth Nehring

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