Bilderflug

Katja von Garnier hat einen Tanzfilm gedreht. Wobei «Fly» nichts zu erzählen weiß über die Bedeutung von Tanz für kleinkriminelle Jugendliche – und einen trotzdem mitreißt.

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Das Leben in der Stadt ist ein einziger Tanz. Ein Junge überquert die Straße mittels Backflip. Zwei Typen gockeln einander im Pas de deux an. Und eine junge Frau umschlängelt einen Passanten so kunstvoll, dass der gar nicht merkt, wie ihm das Handy aus der Tasche gezogen wird. Tourizocke. So geht es zu zwischen Kotti und Skalitzer Straße. Der Tanzfilm «Fly» ist: ein Märchen.

Eine Chronistin urbaner Realitäten wird Filmemacherin Katja von Garnier nicht mehr werden, genauso wenig wie eine genaue Analytikerin ausgefeilter Charaktere.

Das deutete sich schon mit ihrem Spielfilm-Debüt «Abgeschminkt!» an, das 1993 als freche Sicht auf moderne Frauenfiguren galt, in der Rückschau allerdings vor allem als Initialzündung einer künstlerisch mittelprächtigen deutschen Komödienwelle in Erinnerung bleibt. «Fly» wird vermarktet als Neufassung des «Abgeschminkt!»-Nachfolgers «Bandits» (1997), in dem vier Gefängnisinsassinnen im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms eine Rockband gründen, aus dem Knast ausbrechen und unversehens zu Stars werden – diesmal ist es eine Gruppe Kleinkrimineller, die versuchen, sich mittels Streetdance in die Freiheit zu tanzen. Und damit auch klar ist, dass der Film ...

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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 0
von Falk Schreiber

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