The Red Shoes
«The Red Shoes» (1948) des Filmemacher-Duos Michael Powell und Emeric Pressburger gilt noch immer als der wirkungsvollste Tanzfilm aller Zeiten. Generationen von jungen Leuten hat er dazu bewegt, eine Ballettkarriere anzustreben. Inzwischen besitzt der Film freilich auch dokumentarische Qualität, gewährt er doch Einblicke nicht nur in die leicht schäbigen Interieurs von Covent Garden und Marie Ramberts Mercury Theatre, wie sie in der Nachkriegszeit – also vor den Tagen nennenswerter staatlicher Subventionen – aussahen.
Vielmehr konserviert er auch den Charme eines noch nicht von Geldgier ruinierten Monte Carlo.
Musical ohne Text
Der Theatermann Matthew Bourne hat den Filmklassiker für seine 1987 gegründete Kompanie New Adventures als Ballett-Drama inszeniert, das sich eng an Powells und Pressburgers Bearbeitung der Märchenvorlage von Hans Christian Andersen hält. Folglich kreist Bournes Version um ein Paar magischer Schuhe, das seine Träger zwingt, bis zur tödlichen Erschöpfung zu tanzen. Die roten Schuhe sind also ein grausames Sinnbild für die erbarmungslose Disziplin, die das Tänzerleben regiert, für die dunkle und schmerzhafte Kehrseite der unbeschwerten Freude am Tanzen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Schule, Beruf, Altersheim: Überall fügen wir uns brav in die Masse und gehorchen dem Herdentrieb. Vom lebenslangen Konformismus und den kleinen Fluchten daraus handelt dieses heitere, sehr menschliche Tanzstück, dessen Titel man mit «Cupido ist’s egal» übersetzen würde.
Ivan Cavallari, noch Direktor des Ballet du Rhin, hat einen Choreografen aus der Off-Szene...
Diese vier haben die eigene Lebensmitte jeweils schon deutlich überschritten und bilden nach 20 Jahren das älteste in Deutschland arbeitende Bühnenkollektiv (okay – Gob Squad sind noch etwas älter). Seit 1997 agieren Nikola Duric, Thorsten Eibeler, Dariusz Kostyra und Veit Sprenger unter dem Label Showcase Beat Le Mot. Die Herren strotzen noch immer vor Witz,...
Zeitgenössischer Tanz in Russland? Nicht wenige werden denken: Gibt‘s doch gar nicht! Denn was die Tanzbühne betrifft, dominiert das Ballett die Szene wie das Image der Kunst weit über die nationalen Grenzen hinaus. Tatsächlich kann die Danse d‘école auf eine (zaristisch veredelte) Tradition von mehreren Jahrhunderten zurückblicken, während der zeitgenössische Tanz...
