Colmar
Schule, Beruf, Altersheim: Überall fügen wir uns brav in die Masse und gehorchen dem Herdentrieb. Vom lebenslangen Konformismus und den kleinen Fluchten daraus handelt dieses heitere, sehr menschliche Tanzstück, dessen Titel man mit «Cupido ist’s egal» übersetzen würde.
Ivan Cavallari, noch Direktor des Ballet du Rhin, hat einen Choreografen aus der Off-Szene eingeladen, mit 30 Leuten zu arbeiten – genau die Masse macht Étienne Béchard nun zum Thema.
Der ehemalige Béjart-Tänzer und Chef der kleinen Brüssler Kompanie Opinion Publique zeigt weder literarische Helden noch abstrakte Gliederzerdehner, sondern das Durchschnittsvolk: Schüler, Bürokollegen, Alte. Er beobachtet eine Gruppe Menschen durch drei Lebensalter, lässt sie in Schuluniformen, Business-Anzügen und Flügelhemden ihre Ambitionen austesten, Rangeleien bestreiten und dann doch brav dem vorgegebenen Muster nachtrotten. Aber stets gibt es ein Paar, das ausbricht und das Unerwartete tut – manchmal driftet der Abend zwar Richtung französische Sommerkomödie, aber er kombiniert diese Zugänglichkeit mit einem choreografischen Vokabular, das Béchard gewandt einsetzt, um Form und Inhalt zu verbinden.
In Struktur, Ausstattung und ...
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Kenneth Greve macht Schluss. Zumindest in Helsinki. Seit 2008 amtiert er dort als Direktor des Finnischen Nationalballetts, und das offenbar zu beidseitiger Zufriedenheit. Sonst hätte er den Vier-Jahres-Vertrag nicht um die gleiche Dauer verlängert. Wie seine Vorgängerin Dinna Bjørn stammt Greve aus Dänemark. Ausgebildet an der Schule des Königlich Dänischen...
Léon Bakst
Ein Blick, und man wird diese Szenerie nie wieder vergessen. Das gilt für viele Bühnenbilder und Kostüme, die Léon Bakst (1866 – 1924) für die Ballets russes entworfen hat. Ob «Shéhérazade», «Le Spectre de la rose» oder «L‘après-midi d‘un faune» – der Maler verstand es, jedes Sujet mit einer unverwechselbaren Ikonografie aufzuladen. So trug er mannigfach...
