Sleeping Water, Flexible Silence
Saburo Teshigawara lacht, als ich ihn mit meiner Einschätzung konfrontiere, er müsse der mit Abstand meistbeschäftigte Choreograf auf diesem Planeten sein. Drei Premieren hatte er allein im Februar – in Nantes, Martigues und Paris. «Ich arbeite immer an mehreren Stücken gleichzeitig, derzeit an fünf oder sechs.» Dann scherzt er: «Ich könnte jeden Monat ein Stück kreieren.
» Schlingert er nicht auch in seinen atemberaubenden Soli in alle Richtungen zugleich, wenn er Arme, Beine und sogar den Rumpf wie Papiergebilde im Wind flattern lässt? Zu den parallel entstehenden Kreationen zählt er natürlich auch Workshop-Arbeiten, die in seinem Studio Karas Apparatus in Tokio entstehen, sowie Opern- oder Theaterinszenierungen. Wenn Teshigawara aber innerhalb von drei Wochen gleich drei Premieren feiert, ist es logisch, dass nicht alle drei auf Tournee gehen können. Manches hat zudem eher Event-Charakter, etwa das Duo fürs Musikfestival «La Folle Journée» in Nantes, das er mit seiner Gefährtin Rihoko Sato bestreitet. Allein, also ohne sie, ist er ohnehin nicht zu haben. Parallel zum Duett hat er mit seiner Truppe Karas zwei Ensemble-Stücke vorbereitet: «Sleeping Water», als Europapremiere im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn
Seit 2013 unterhält Het Nationale Ballet in Amsterdam eine Junior Company: Zwei Jahre lang können Nachwuchstänzer hier erste Bühnenerfahrung sammeln. Ein Erfolgsmodell, stammt doch bereits ein Viertel der Het Nationale-Belegschaft aus diesem Beiboot. Das bekannteste Gesicht ist sicher Michaela DePrince. Die dunkelhäutige Tänzerin hat blitzschnell Solisten-Status...
Die Berliner Künstler wandern ab. Sie ziehen raus ins Ländliche. In die Märkische Schweiz nach Osten. In die Uckermark und in die Ostprignitz im Norden. An die Dahme im Süden. Oder an die Havel und ins Brandenburgische nach Westen. Hier finden sie Inspiration zwischen Windturbinen, Rieselfeldern und Kiefernforsten. Denn Ateliers und Tanzräume in Berlin sind zu...
Ein Mann nimmt Abschied von seiner Frau, und das mit einem «Kuss», der an eines der berühmtesten Gemälde Gustav Klimts erinnert. Er könnte ewig dauern, gäbe es anno 1462 nicht einen Krieg, aus dem am Ende zwar Dracula siegreich hervorgeht, doch seine Geliebte kostet er das Leben. Und so wird der Mythos einer ganz spezifischen Unsterblichkeit begründet, dem schon...
