siena
Sie alle haben ihn entdeckt. Zuerst war es Carmen Mehnert für Hellerau. Gleich darauf Honne Dohrmann für Oldenburg. Bruno Heynderickx bringt ihn jetzt nach Darmstadt und Wiesbaden, damit besagter Honne Dohrmann – der ab sofort den Tanz im benachbarten Mainz organisiert – ihm nicht noch einmal zuvorkommen kann. Auch Virve Sutinen in Berlin will beim Entdecken nicht die Letzte sein und koproduziert vorsorglich sein neues Stück über Luis Buñuel für die nächste Ausgabe von «Tanz im August». Er ist eben ein echtes Fundstück, um das man sich sehr gerne zankt. Sein Name: Marcos Morau.
Der 31-Jährige stammt aus Valencia. Seine Kompanie La Veronal wurde vom katalanischen Tanzquartier, dem Mercat de les Flors, adoptiert, obwohl er kein Katalane ist. Aber es herrscht Krise – Gérard Mortier ist tot. Er war der letzte Titan in Madrid, der sich mit Kultur gegen ihren Rückbau wehrte. Auch Ángel Corella musste sein Ballett aus dem Schuldturm auslösen und aufgeben. In einer derart angespannten Atmosphäre schauen Kuratoren schon mal genauer in ein Land, dessen Talente (wie nebenan in Portugal) scharenweise auswandern.
Morau ist geblieben. Er wirkt halb verwegen, halb verlegen, ist selbst überrascht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2014
Rubrik: tanz im august, Seite 26
von Arnd Wesemann
im jahrbuch: the big five_________
John Neumeier, Martin Schläpfer, Jiří Kylián, William Forsythe – vier Männer und die vor fünf Jahren verstorbene Pina Bausch schufen ein Tanzerbe, am dem sich die Nachkommen noch die Zähne ausbeißen werden. Was genau passiert mit dem hinterlassenen Werk? Welches Testament bereiten Künstler zu Lebzeiten vor, damit sie in die...
Sogar die vier feuerroten Theatervorhänge, die streng hintereinander hängen, sind erschöpft. Sie öffnen und schließen sich wie müde Augen. Ihre Schlitze hängen schräg im Raum, geben den Blick frei auf die acht Performer: lauter Blindgänger. Sie gehen ohne Augen. Eine schlafwandelt in rosaroter Kleidung. Eine hebt am Ende ihrer Kräfte die Wasserflasche, führt sie...
ausschreibungen_____
«Tanzlabor_21 Residenzprogramm» in Frankfurt/Main
Neben regulären Residenzen –
das Tanzlabor_21 vergibt im Jahr 2014 drei Residenzen für Tanzproduktionen vom 6.–19. Okt.;
10. Nov. – 7. Dez. und 22. Nov. –
15. Dez. – umfasst das Programm auch Forschungsresidenzen, Stipendien für auswärtige KünstlerInnen
sowie Stipendien für die Nutzung
des Z,...
