Selbstwirksam
«Neugier²», so nennt das Feldenkrais-Zentrum Heidelberg sein jüngstes Forschungsprojekt. Es macht sich den doppelten Spaß, die Neugier als Fundament vergnüglichen Lernens neugierig zu erkunden. Warum? Neugier gilt als Schlüsselkompetenz für spontanes, nachhaltiges, körperorientiertes Lernen. Dieser Begriff könnte auch als Subtext unter dem ehrgeizigen Research Projekt der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden stehen: «InnoLernenTanz».
Die vierjährige Studie (bis 2016) bettete somatisch gefärbte Lehr- und Lernmethodik à la Feldenkrais ins zeitgenössische Tanztraining ein und erforschte seine Wirkung. Gefragt wurde: Welches Lernumfeld könnte die parallele Entwicklung von physischen Kompetenzen und Selbststeuerungsprozessen fördern und junge Tänzer für die Herausforderungen ihres Berufs im 21. Jahrhundert unterstützen?
Gute Frage. Wer heute Tanz studiert, dem öffnet sich ein Berufsfeld, auf dem man ohne Entdeckerlust und Neugier kaum Lorbeeren erntet. Zwar gibt es sie noch, die nur-tanzenden Interpreten choreografischer Handschriften mit einer schützenden Institution im Rücken. Aber wer auf dem freien Markt unterwegs ist, begegnet nicht nur der Globalisierung dieser Kunstform, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2017
Rubrik: Praxis, Seite 62
von Irene Sieben
Muss sich ein Künstler die Frage stellen, ob er eitel ist, oder sogar zu eitel? Ein Künstler ist immer auf der Suche nach der eigenen Identität. Doch im Ballettsaal, umgeben von Spiegeln – großen Spiegeln, solchen denen man nicht entrinnen kann – und umringt von jungen, schönen Tänzern, geht es vor allem um Perfektion. Aber auch um Einklang mit sich selbst. Unter...
Sie unterrichten in Darmstadt Yoga und Contact Improvisation, kurz CI. Wie kam es dazu? Ich habe als Kind Ballett gemacht, irgendwann aufgehört und mit «authentic movement» begonnen, was eine eher spirituelle Bewegungsarbeit ist. Dann habe ich auf einem Festival in Göttingen CI kennengelernt und fühlte mich sofort darin wohl. Freiheit im Tanz – das wollte ich...
Vermutlich hat auch im Zeitalter von Cyber- und Drohnenkriegen jeder Soldatentrupp seine Rituale, wenn er in den Krieg zieht. Tänze dürften es eher nicht sein. Denn Kriegstänze sind ein Fall fürs Museum – das konstatiert auch Eszter Salamons neue Performance «Wars and Dances»: Gewalt-Stimulanzien als ästhetische Relikte, die im Kunstraum wieder und wieder...
