Saarbrücken, München: «bohner_celis»
«Ein großer Augenblick des Theaters» lautete 1971 das Fazit von Klaus Geitel – «nicht allein des Balletts». «Was ist geschehen? Was geschieht überhaupt?», das fragt nicht nur er sich zu Anfang einer Kritik, die seinerzeit noch dreispaltig in der Tageszeitung «Die Welt» hat erscheinen können. Seine Antwort: «Eine Phantasmagorie des Grauens, der Verfolgung, der Qual, der Hoffnungslosigkeit jagt über die Bühne. Choreografie im Würgegriff des Geschehens. Blutiger Spuk. Nachtmahre. Ängste. Tanz – herausgefoltert aus gepeinigten Körpern, in unaufhörlichen Torturen hervorgerenkt.
Wortlose Schreie werden zu Fleisch und Blut.»
Hätte die Uraufführung «Die Folterungen der Beatrice Cenci» von Gerhard Bohner dieser Tage stattgefunden, würde ein Kritiker vermutlich weniger schockiert reagieren. Gewaltdarstellungen sind inzwischen auch auf der Ballettbühne üblich geworden. Bei der Aufführung im Saarländischen Staatstheater handelt es sich indes um ein Tanzfonds-Erbe-Projekt, und das heißt: um die Rekonstruktion eines Balletts, das 1971 an der Akademie der Künste in West-Berlin gleich aus mehreren Gründen die Sehgewohnheiten des Publikums sprengte. Zum einen natürlich als Werk, das seinerzeit als ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz
Ligia Lewis schürft ihre «minor matter» aus einer Art Höhlenwelt. Komplette Düsternis zu Beginn, man starrt in dieses Nichts, dann meldet sich eine Stimme aus dem vernebelten Irgendwo. Direkte Ansprache tropft dem Publikum verführerisch ins Ohr: «I will like to turn you inside-out and step into your skin / To be, that sober shadow in the mirror of indifference»....
Vor 100 Jahren war die Teilung Polens beendet. Nach fast 150 Jahren unheilvoller Geschichte gab es erneut einen polnischen Staat und einen enormen Aufschwung in der Kultur, besonders in der Musik. Dafür stehen Komponisten wie Eugeniusz Morawski, Aleksander Tansman und Karol Szymanowski.
Mit Morawskis 1931 am Teatr Wielki uraufgeführtem Ballett «Switezianka» nach...
Shale Wagman aus Kanada hat den diesjährigen «Prix de Lausanne» und den Preis der Rudolf Nureyev Foundation gewonnen. Weitere Preisträger dieses bekanntesten Nachwuchs-Wettbewerbs im Théâtre de Beaulieu sind zudem Junsu Lee, der auch den Preis der Minerva Kunststiftung einheimste, sowie Hanna Park, beide aus Südkorea. Ferner ausgezeichnet wurden Wenjin Guo und...
