Im Minutentakt
Sie tanzt und tanzt und tanzt … Jeden Tag, «une minute» oder auch -etwas länger, gern irgendwo in Paris. Nicht auf der Bühne, nicht im Studio, sondern dort, wo sie gerade ist, mitten im täglichen Leben. Das kann in ihren eigenen vier Wänden sein, beim Bäcker, auf einer Demonstration, beim Ausflug in die Natur, im Museum oder in der Seine, die, wie im Januar geschehen, gerade über die Ufer steigt. «Une minute de danse par jour» kann sich also überall ereignen, landet danach aber garantiert auf der gleichnamigen Website.
Nadia Vadori-Gauthier will ein Zeichen setzen, für mehr Sanftheit, weniger Abgrenzung, -weniger Härte. Entstanden ist das tägliche Kurztanz-Ritual als Reaktion auf die Schüsse, mit denen 2015 die Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» nahezu ausgelöscht wurde. Der größte Schock in Frankreichs Nachkriegsgeschichte. Vadori-Gauthier wollte nicht versteinern, weder körperlich noch emotional. Aber was können Einzelne, was Künstler nach einem solchen Anschlag ausrichten?
Vadori-Gauthier fasste ihren Entschluss noch am Abend des 7. Januar, dem Tag des islamistischen Attentats in den Redaktionsräumen von «Charlie Hebdo». Eine Woche später, am 14. Januar, tanzte sie ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
Balletteleven mögen zwar Spagat und Entrechat beherrschen, aber ihre Psyche ist längst nicht so beweglich wie der Körper. Denn je länger junge Tänzerinnen und Tänzer an der Stange üben und ihre motorischen Fähigkeiten perfektionieren, umso rigider wird ihre Psyche. Wer Musik studiert, lebt jedenfalls viel lockerer.
So lautet das Ergebnis einer Studie...
Den vier sogenannten Visegrad-Staaten Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei ist nicht nur gemein, dass sie Asylbewerber in ihren Ländern grundsätzlich ablehnen, sie alle haben auch ein ausgeprägt negatives Verhältnis zum zeitgenössischen Kulturschaffen. Kann es also sein, dass die Angst vor Fremden und das Misstrauen gegenüber der zeitgenössischen Kunst etwas...
Screening
Die Flammen von Paris
Es war schon fast am Ende seiner Tage auf dem Chefsessel des Bolschoi-Balletts, als Alexei Ratmansky 2008 «Die Flammen von Paris» herausbrachte – ursprünglich 1932 von Wasili Wainonen für das damalige Kirow-Ballett choreografiert. Immerhin hat der Stoff alles, was den Sowjets gelegen kam: französisches Revolutionspathos mit zartem...
