Artenvielfalt
Es gibt Intendanten in allen Varianten. Allen gemein ist: Sie sind die letzten Feudalherren – und so regieren sie auch. Nicht alle. Wir wollen gerecht sein. Aber doch die meisten. Genau die wünschen wir in den Orkus. Denn sie lieben es, den Künstler zu demütigen, die Tänzerin zum Weinen zu bringen, sie herabzuwürdigen, süffisant und verächtlich. Wir dürfen öffentlich nicht darüber reden. Dafür sorgen Verschwiegenheitsklauseln in den Verträgen.
So werden die Granden geschützt – und wir leiden weiter, manche bis zum Burn-Out, unter den Eitlen, Machtgeilen, Herablassenden, Abgebrühten, Sadisten und Verlogenen, die sich gern das Mäntelchen des Pragmatikers umhängen und auf der Bühne am liebsten die hehren Themen verhandeln: Zivilcourage, Widerstand gegen die Mächtigen und die Ungerechtigkeiten der Welt! Aber im eigenen Haus wird munter intrigiert, wird niedergemacht und (vorzugsweise im Fall von Frauen) diskriminiert, bis hin zum sexistischen An- oder Übergriff. Nur wenige der hohen Herrschaften bewahren trotz feudaler Machtakkumulation menschliche Züge, haben ein echtes Interesse an künstlerischer Auseinandersetzung, an Menschen und den ästhetischen Standards einer Sparte, die nicht ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Freya Pauls (Name geändert)
Sobald die drei Männer ihre Stimme finden und brüllen, hört das Stück auf. Noch vor der Sprache, der Philosophie, der Politik. «Momentum» von CocoonDance, dem Bonner Ensemble der Choreografin Rafaële Giovanola (s. Seite 61) und des Dramaturgen Rainald -Endraß, ist verkörperte Physik, im Sinn von «Impuls» oder «Schwung». Gerade so bohrt es sich auch mit dem Tanz in...
Shale Wagman aus Kanada hat den diesjährigen «Prix de Lausanne» und den Preis der Rudolf Nureyev Foundation gewonnen. Weitere Preisträger dieses bekanntesten Nachwuchs-Wettbewerbs im Théâtre de Beaulieu sind zudem Junsu Lee, der auch den Preis der Minerva Kunststiftung einheimste, sowie Hanna Park, beide aus Südkorea. Ferner ausgezeichnet wurden Wenjin Guo und...
Die Macht der Klänge unterschiedlicher Stile und Kulturen hat den Osnabrücker Tanzchef Mauro de Candia zu seinem neuesten Werk inspiriert. «Unter einem Himmel» heißt der dreiteilige Tanzabend, der als Reise zu verschiedenen Stationen angelegt ist. Der Fokus liegt auf Kontrasten – musikalisch wie choreografisch. Das Ganze ist ebenso unterhaltsam wie dramaturgisch...
