Roman

«Die Spionin»

Tanz - Logo

Zwei fiktive Briefe, in der gleichen Nacht verfasst, aber unabhängig voneinander geschrieben. Im einen lässt Mata Hari Stunden vor ihrem Tod noch einmal ihr Leben Revue passieren, eine Tänzerin, so Paulo Coelho, die «erst unter dem Namen bekannt war, den ihre Eltern ausgewählt hatten ..., dann gezwungen war, ihren Ehenamen zu tragen ... und schließlich von den Deutschen für elende zwanzigtausend Francs in H21 umbenannt wurde».

Der andere stammt von Maître Clunet, und der macht seiner Mandantin nicht nur die poli-Hintergründe ihres Schauprozesses bewusst, sondern erklärt ihr im selben Atemzug auch noch seine Liebe.

Beide Briefe erreichen nicht mehr ihren Adressaten. Unnütz sind sie deshalb keineswegs. Vielmehr erhellen sie aus unterschiedlichen Perspektiven ein ebenso schillerndes wie spektakuläres Schicksal, dessen Wahrheitsgehalt der Erfolgsautor in einem Pro- und einem Epilog mit Fakten und Aktenmaterialien untermauert. Dass ihm die Traum-Tänzerin sympathisch ist, lässt sich aus jeder Zeile des nicht zu umfangreichen Buches herauslesen. Coelho verteufelt Mata Hari nicht als Spionin. Er hält sie für eine emanzipierte Frau, die ganz nach ihren Vorstellungen lebt; in einem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Medien Februar 2017, Seite 60
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Figure Humaine

Sie fühlt sich an wie Bimsstein, sieht aus wie die Membran einer weißlichen Koralle, ist von Rillen und Furchen in zigtausendfacher Ausfertigung durchzogen und soll Hamburgs neues Wahrzeichen in die Weltliga der Konzerthäuser führen: die Gipsplatten-Verschalung, die der Akustiker Yasuhisa Toyota für die Wände der Elbphilharmonie entworfen hat. Organisch fügt sich...

DVD

Für Margaretha Geertruida Zelle, geboren 1876, standrechtlich erschossen 1917, haben sich die niederländischen Kreativen nach ihrem Tod nicht sonderlich interessiert, obwohl sie eine der Ihren war. Jetzt aber hat Het Nationale Ballet (tanz 4/16) am Mythos der Schönheitstänzerin und angeblichen Spionin, die unter dem Künstlernamen Mata Hari weltberühmt wurde, doch...

Adieu

... Wenn ich meine Augen schließe und diesen Namen ausspreche, erscheint vor mir ein Mensch, so bunt wie ein Regenbogen. Ich kannte ihn seit 1973, aber wirklich kennengelernt habe ich ihn erst durch die Gründung des NDT III. Und ich liege sicherlich nicht allzu falsch, wenn ich behaupte, dass dieses Ereignis eine Wiedergeburt für Gérard bedeutete. Das war 1991,...