Pure Präsenz

Viel Erfahrung: das Ensemble dance on beglückt mit Choreografien von Lucinda Childs

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«Movement activity, pure and simple» – nichts könnte die kurzen, Mitte der 1970er- Jahre entstandenen Stücke der Choreografin Lucinda Childs besser beschreiben, die 2020, also nicht ganz fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung, vom Ü-40-Ensemble Dance On (S. 26) zu einem Abend unter dem Titel «Works in Silence» zusammengefasst wurden. Das Bewegungsmaterial, das Childs hier verarbeitet hat – Gehen, Laufen, kleine Sprünge, Drehungen sowie kurze Boden- und Galoppsequenzen – ist nur scheinbar simpel.

Durch plötzliche Richtungswechsel im Raum und feinste rhythmische Phasenverschiebungen entwickeln sich die Choreografien der unterschiedlich langen Stücke zu komplexen Bewegungsabläufen. Konzentration und Leichtigkeit lassen sich hier hervorragend kombinieren: Es gibt nichts, hinter dem sich die Tänzer*innen verstecken könnten. Verlangt wird die pure Präsenz der Ausführenden oder eben, wie Lucinda Childs es in einem Interview sagt, eine Bewegungsaktivität, die zugleich lustvoll und forschend ist.

Dass Ty Boomershine, der kluge künstlerische Leiter von Dance On, sich um die Einstudierung dieser selten getanzten Werke erfolgreich bemüht hat, ist ein ganz großer Verdienst. Nicht nur für die ...

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Tanz März 2021
Rubrik: Menschen, Seite 25
von Elisabeth Nehring

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