warm-up 3/21

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Schon enorm, was sich binnen eines Jahres alles verändern kann. Mit ein paar sommerlichen Verschnaufpausen müssen wir nun seit März 2020 auf Theater verzichten, auf Tanz und Performance und Festivals – jedenfalls als Live-Event. Stattdessen lässt sich das nationale und internationale Tanzgeschehen per Stream begutachten, was unter ökologischen und ökonomischen Aspekten ja durchaus auch positive Effekte zeitigt. Einerseits wird der CO2-Abdruck administrativer und journalistischer Reisekader reduziert.

Andererseits sind Theater und Künstlerschaft nicht komplett ausgeknockt, sondern verzeichnen (ganz klar: empfindlich reduzierte) Einnahmen. Wobei die finanziell am ärgsten gebeutelte Freie Szene kostengünstige Digitalmodelle – Stichwort: Technik- und Team-Sharing – erst noch entwickeln muss. Denn die sind, und das ist der dritte Vorzug, tatsächlich komplett barrierefrei.

Keine Frage, den Sozialraum Theater kann der Bildschirm nicht ersetzen. Aber wer versucht ist, sich nur noch den Hintern platt zu sitzen, der kann immerhin auf eines der unzähligen Trainingsformate ausweichen, die im ersten Lockdown von überall her in die Weiten des Netzes schossen und sich bei Bedarf noch jetzt ...

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Tanz März 2021
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Dorion Weickmann

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