Paris: «dbddbb»
Kinder erfinden ihre eigenen Regeln und Spiele, Rituale und Zeremonien. Sie sind per Definition heidnisch, frei und wild. Daniel Linehan, der sich seit seinem Solo «Not about everything» als einer der profundesten Denker der neuen Generation profilierte, hat es dabei verstanden, sich bei aller choreografisch-soziologischen Recherche auch einen Hauch Naivität zu bewahren. Dieser Frische, dieser kindlichen Unschuld lässt er nun in «dbddbb» freien Lauf.
Die fünf Tänzer, darunter Linehan als eine Art Häuptling, erfinden schräge, groteske Bewegungen, die sie mit imaginärer Bedeutung aufladen. So verwächst der verschworene Haufen zu einer fiktiven Stammesgruppe. Ihre Gesänge folgen Schemata aus traditionellen Kulturen, versuchen aber nicht, irgendeiner erkennbaren Vorlage zu entsprechen. Man wähnt sich eher in der Fantasie eines Raymond Roussel, der in seinem surrealistischen Roman «Eindrücke aus Afrika» einen imaginären rituellen Tanz, den Luenn’chétuz, beschreibt. Die Kostüme nehmen diesen Faden auf und spinnen ihn weiter, in asymmetrischen, absolut zweckfreien Konstruktionen und Mustern, so undefinierbar wie die Farbstriche in den Gesichtern der Interpreten: Marcus Baldemar, Anneleen ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 44
von Thomas Hahn
Die Premiere des letzten Teils von Angela Schubots Trilogie «Körper ohne Macht» fiel auf den Abend jenes Tages, an dem Deutschland beschlossen hatte, sich am Militäreinsatz in Syrien zu beteiligen – und damit: in den Krieg zu ziehen. Zuvor hatten zahlreiche Medien eine Umfrage zitiert, wonach 58 Prozent aller Deutschen «einen militärischen Beistand Frankreichs im...
Deutschland
On tour
Ballet Revolución mit neuer Show: Moves zwischen Ballett und Streetdance treffen auf den Live-Sound internationaler Club-Hits, auf Pop, R&B, Hip-Hop und lateinamerikanische Rhythmen: Dortmund, Konzerthaus, 2.–9. Jan.; Bielefeld, Stadthalle, 12., 13. Jan.; Baden-Baden, Festspielhaus, 15., 16. Jan., Stuttgart, Liederhalle, 2.–7. Febr.; Leipzig,...
Demis Volpi, Sie arbeiten gerade in Antwerpen am «Nussknacker», bereiten für das Stuttgarter Ballett eine «Salome» vor: zwei abendfüllende Werke in einer Spielzeit. Wollten Sie nicht weniger machen?
Ich mache wesentlich weniger, weil ich nicht mehr selbst die Einstudierung meiner Stücke betreue. Ich beschäftige mich nur mit diesen beiden neuen Stücken. Und mache...
