Leipzig: «Die Märchen der Gebrüder Grimm»
Berührungsängste gibt es in Leipzig jedenfalls nicht. Wenn in der Pause das Märchenpersonal der Gebrüder Grimm ausschwärmt ins Publikum, gehen selbst die kleinsten Zuschauer auf Tuchfühlung, und auch unter den größeren gibt es welche, die sich liebend gerne einmal ablichten lassen mit Hänsel und Gretel.
Beide machen auf der Bühne den Anfang, kaum dass Michael Sens das Wort ergriffen hat. Der Kabarettist ist nicht allein der Librettist und Dramaturg des Abends.
Die «Grimms» verkörpernd, zeigt er sich auch mal von der roten, mal von der blauen Seite und nimmt damit die Fragen wie die Antworten einer kindlichen Klientel vorweg – immer in Reime gefasst, durchaus zeitbewusst und natürlich nicht ohne Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. «Die Märchen der Gebrüder Grimm» stehen schließlich nicht für sich. Themen wie Armut, Einsamkeit, Neid, Sorglosigkeit, Geschicklichkeit, Zuverlässigkeit, Mobbing, Schlaf, Hunger oder Fleiß können in ihnen bildhafter vermittelt werden als in jedem beliebigen Lehrprogramm. Insofern war Ballettchef Mario Schröder gut beraten, die Musikschule Leipzig «Johann Sebastian Bach» an der Aufführung zu beteiligen. Schülerinnen des Fachbereichs Tanz mischen ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz
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