demis volpi
Demis Volpi, Sie arbeiten gerade in Antwerpen am «Nussknacker», bereiten für das Stuttgarter Ballett eine «Salome» vor: zwei abendfüllende Werke in einer Spielzeit. Wollten Sie nicht weniger machen?
Ich mache wesentlich weniger, weil ich nicht mehr selbst die Einstudierung meiner Stücke betreue. Ich beschäftige mich nur mit diesen beiden neuen Stücken. Und mache sonst nur noch am Stuttgarter Spielzeitende im Rahmen der Festwoche eine kleinere Sache für die Ballettschule. Klar, das sind zwei Monsterproduktionen.
Aber ich bin jetzt den dritten Monat in Antwerpen und befasse mich erst nach der Premiere wieder intensiv mit der «Salome». Es ist nicht mehr dieses ständige Jede-Woche-Irgendwo-Hinfliegen. Ich kann mich vielmehr richtig reinbegeben in eine Sache. In der Spielzeit davor habe ich die Hektik der Arbeit kaum noch ausgehalten. Aber sie war insofern wichtig, weil ich dabei begriffen habe, dass ich Grenzen ziehen muss. Ich lerne gerade, auch nein zu sagen.
Haben Sie sich denn das so vorgestellt, dass Sie sich so disziplinieren müssen, um als Choreograf allen Anforderungen gerecht zu werden?
Das Dasein ist ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe. Als Tänzer hab ich das ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Hartmut Regitz
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