körper ohne macht
Die Premiere des letzten Teils von Angela Schubots Trilogie «Körper ohne Macht» fiel auf den Abend jenes Tages, an dem Deutschland beschlossen hatte, sich am Militäreinsatz in Syrien zu beteiligen – und damit: in den Krieg zu ziehen. Zuvor hatten zahlreiche Medien eine Umfrage zitiert, wonach 58 Prozent aller Deutschen «einen militärischen Beistand Frankreichs im Kampf gegen den IS» unterstützen. Diese Umfrage war von der öffentlich-rechtlichen ARD und der Tageszeitung des Springerkonzerns, «Die Welt», beim Meinungsforschungsinstitut infratest dimap in Auftrag gegeben worden.
Erhoben wurde sie telefonisch per Zufallsgenerator unter 1000 «repräsentativen» Bundesbürgern. Das Ergebnis wurde – ohne Hinweis auf die Erhebungsmethoden – in den Nachrichten als «ARD-Deutschlandtrend» präsentiert. Eine direkte demokratische Volksbefragung gab es ebenso wenig wie einen Aufstand gegen diese Form politischer Machtabwicklung. Allein die politische Partei Die Linke berief sich auf Willy Brandt und dessen Nobelpreisrede von 1971 – und verurteilte den Krieg als «höchste Form der Unvernunft».
Das superkontrollierte Explosionsding
Der eiserne Vorhang des Berliner Hebbel-am-Ufer-Haupthauses ist ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 10
von Astrid Kaminski
Monsieur Delouche, Sie haben die Filmkunst unter anderem bei Federico Fellini erlernt, waren aber gleichzeitig Ihr ganzes Leben lang ein großer Ballett-Fan. Was bedeutet Ihnen der Tanz, wie haben Sie ihn überhaupt entdeckt?
Sehr früh, während des Kriegs, im besetzten Paris. Ich war elf Jahre alt. Paris hatte zu der Zeit keine Straßenbeleuchtung. Im Dunkel der Nacht...
2016 ist das Jahr, das zum ersten Mal in der Geschichte aller erinnerlichen Menschenjahre zu einem «Tanzjahr» ausgerufen worden ist. Dieses «Tanzjahr», federführend gesteuert vom Dachverband Tanz, wird in Deutschland ein ganzes Jahr lang dauern, so wie es 1975 das Jahr der Frau gab, wie 1986 und 2000 zu Jahren des Friedens erklärt wurden. Aber nie gab es ein...
Ein Dutzend graumelierter Herren verlässt den Saal, in Begleitung sorgfältig coiffierter, mit Federputz und Perlenornat bekrönter Damen. «Schönen Abend noch», wünscht einer, bevor er hinausrauscht. Nein, so zivilisiert hat sich gewiss nicht abgespielt, was als Skandal in die Annalen des Balletts einging. Terence Kohler, der dem Publikum des Badischen Staatstheaters...
