Newcomer, Abschied, Short Cuts
newcomer: reginaldo oliveira
Klar kann er auch Brasilianisch: Zu Birgit Keils 70. Geburtstag ließ Reginaldo Oliveira das Badische Staatsballett in einem überschäumenden «Presente» die Hüften für die Direktorin schwenken. Ansonsten aber neigt der frisch ernannte Chefchoreograf des Salzburger Landestheaters zu ernsten, dunklen Themen: Medea und Anne Frank waren die tragischen Heldinnen seiner ersten Ballette.
2006 kam der Tänzer nach Deutschland und ließ beim Teatro Municipal in Rio de Janeiro schweren Herzens eine Festanstellung auf Lebenszeit zurück: «Wir haben nie getanzt!».
Mit dem Choreografieren begann er erst in Karlsruhe bei einem Nachwuchsabend: «Der Winter war so lang …» Er selbst war anfangs noch nicht von sich überzeugt, aber «es gab Menschen, die an meine Arbeit glaubten» – die Kollegen, Birgit Keil und Vladimír Klos. Für die Geschichte von Anne Frank hat er sich schon in Brasilien interessiert. Oliveira kommt aus einer sehr armen Familie und aus einer echten Problemregion, man konnte beim Nachhausekommen schon mal eine Leiche vor der Türe finden, erzählt er. «Ich habe schlimme Dinge gesehen als Kind – aber ich war frei! Und ich konnte nicht verstehen, wie sich diese ...
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