#Mensch – Zweite Klappe
Wir rücken vor in die zweite Phase des Tanzprojekts «#Mensch», sammeln Erfahrung mit dem, was Tanz unweigerlich auch ausmacht: mit der Technik. Das bedeutet zum Beispiel: Über den Boden rollen, wovon mir nur leider meistens übel wird. Ich bin erleichtert, dass es meiner grauhaarigen Tanzpartnerin ebenso ergeht und wir deshalb nur ganz langsam gemeinsam durch den Ballettsaal kullern: Erst führt das Bein, dann der Arm. Manchmal geht mir alles zu schnell. Rechts, links, oben, unten – bis mein Körper eine Abfolge verstanden hat, ist die Übung schon vorbei.
Dann suche ich mir eine Tanzpartnerin, mit der ich alles noch mal üben kann. Das nimmt den Druck.
Die Tänzerinnen mit Balletterfahrung schüchtern mich ein. Der 65-jährige Bernd ist dagegen von dieser Herausforderung begeistert. Er hat früher als Geschäftsführer gearbeitet und freut sich, endlich mehr Zeit für sein Hobby zu haben. «Ich mag die gemischte Altersstruktur, weil ich mich von den Jüngeren angespornt fühle», sagt er. Bodenrollen ist natürlich auch für ihn eine sehr ungewohnte Bewegungsform, er findet: «Die Frauen sehen dabei viel eleganter aus.»
Ich fühle mich nicht immer elegant. Bei der Kleingruppenarbeit sollen wir uns ...
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Sara Mierzwa
CD des Monats: Strawinsky, Hindemith
Früher haben sich Musiker als Grußbotschaft gelegentlich einen Kanon zugeschickt. Paul Hindemith tat das gern und hat auf diese Weise Igor Strawinsky zu seinem 75. gratuliert. Der wiederum fühlte sich davon im höchsten Maße beglückt – und komponierte postwendend auf die gleiche Art.
Beide Kanons finden sich nicht auf dem...
Hans Christian Andersen. Poet mit Feder und Schere
Früher nannte man ihn gern den «größten Dänen aller Zeiten». Aber ausgerechnet seine Größe hinderte Hans Christian Andersen daran, sich auf der Bühne zu verwirklichen. Mit 1,85 Meter für damalige Verhältnisse überlebensgroß, blieb ihm zunächst nur das Schreiben. Erst als sich 1831 auf einer Deutschlandreise der...
Als wär’s ein Stück von ihm. Erst am Schluss wendet sich Arkadiusz Glebocki direkt ans Publikum und scheint das ganze Theater als eine poetische Projektion zu entlarven. Er allein, Drosselmeier, hat die Geschichte vom «Nussknacker und Mausekönig» erdacht zum Nutzen und Frommen eines Publikums, das während der Weihnachtszeit alles Wirkliche am liebsten verdrängen...
