Mauro de Candia
Als ich vor zwei Jahren entschied, meinen Vertrag über Juli 2021 hinaus nicht zu verlängern, ahnte ich natürlich nicht, dass Monate später Covid-19 unser Leben bestimmen sollte. Damals verspürte ich nur die innere Notwendigkeit, mir mehr Zeit zum Nachdenken und Überdenken meiner Arbeit und meines Tuns überhaupt nehmen zu müssen. Überflüssig zu erwähnen, welch einschneidenden Einfluss diese Pandemie auf uns alle hatte. Als Leiter einer Company habe ich in dieser Zeit der Ungewissheit versucht, die menschliche Atmosphäre und Motivation so weit wie möglich aufrecht zu erhalten.
Denn für viele war es ein Problem, plötzlich die eigene Zeit nicht mehr planen und nicht absehen zu können, wann und wie man zur «Normalität» zurückkehren würde.
Mir persönlich ermöglichte die Corona-Pandemie viel Zeit und Raum zur intensiven Selbstreflexion und bot mir die großartige Gelegenheit, von dem täglichen Dauertempo, der Schnelllebigkeit herunterzukommen. Da stellte ich mir schon die Frage: Ist dieses «immer schneller, immer mehr erreichen wollen in immer kürzerer Zeit» nötig, wichtig? Machen wir uns nicht zu Opfern unseres Systems?
Covid-19 hat uns alle zum «Hin-Hören» gezwungen – zur Wahrnehmung ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 114
von
Sieben Männer, alle unter 30. Seit zehn Jahren im Geschäft, Hits in Serie produziert, Preise abgeräumt, unzählige Acts hingelegt. Ein extrem erfolgreiches Geschäftsmodell namens BTS, Genre K-Pop, erzeugt am Casting-Reißbrett. Und dann, am 4. März 2020, startet ein Clip auf YouTube – irgendwann zufällig entdeckt, während der ersten Corona-Belagerung. Die Augen...
Die Forderung, dass sich Theater dem digitalen Wandel in der Gesellschaft stellen muss – und zwar sowohl inhaltlich mit den Mitteln der Kunst als auch in der Anpassung der eigenen Produktionsprozesse – ist nicht neu. Die eigene Sichtbarkeit im Digitalen und damit einhergehende neue Praktiken der Inszenierung und Rezeption für digitale Bühnen – das hat vor 2020...
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