lustschmerz

Strecken, Dehnen, Spreizen, bis es schmerzt. Die Fotografin Lilian van Rooij beobachtet Tänzer beim Stretching.

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Ein Schmerz, der sich dosieren lässt. Man atmet tief in ihn hinein, atmet gegen den Widerstand an, gibt sich dem Konflikt hin zwischen gewollter Grenzerweiterung und instinktiver Grenzwahrung. Geist gegen Körper. Der Machtkampf wird nirgends so ehrfurchtsvoll zelebriert wie beim Stretching. Bis zum perfekten Spagat, wenn die Scham den Boden küsst – das Aphrodisiakum im Tänzerleben.

«Hast du Schmerzen, während du tanzt?», hat die niederländische Tanzfotografin Lilian van Rooij ihre acht Modelle gefragt. Niemand hat «Nein» gesagt.

In Knie, Fuß, Hüfte, Schulter, den Zehen haust das Weh: die kollektiven Quäl-Gelenke. Es sind Schmerzen, die nur mit Tabletten, zusammengebissenen Zähnen, forcierter Verdrängung bewältigt werden.

Wie anders ist der Lustschmerz des Stretching: kontrollierbar und konstruktiv. Er dient der Erweiterung der eigenen Möglichkeiten. Schon im jahrtausendealten Yoga praktiziert, glaubt man heute mehr denn je: Dehnen heilt. Forscher überwinden ihre Skepsis und untersuchen die altindische Body-Mind-Technik nach wissenschaftlichen Kriterien. Vor allem die seit Jahren viel beachteten Neurobiologen liefern verblüffende Erkenntnisse über Strukturveränderungen im Gehirn, ...

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Tanz August/September 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Nicole Strecker

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