amsterdam: Jefta van Dinther: «This is concrete»
Das Begehren – eine reine Fantasie, eine immaterielle Idee, die zur körperlichen Qual wird. Die vielleicht lustvollste Form von Folter. Für Jefta van Dinther ist das Begehren eine Kraft, aus der Bewegung und Choreografie entstehen. «This is concrete» heißt seine aufregende Studie zum Verlangen. Aber bis es wirklich «konkret» wird und zur Sache geht, dauert es.
Darkroom-Intimität auf der Bühne.
Ein Spot im originellen Licht-Setting von Jan Fedinger tastet sich durch den Raum, findet mehrere Subwoofer, danach zwei Tänzer, die einen Lautsprecher liebevoll betasten und mit der flach aufgelegten Hand seine starken Beats in ihre Körper leiten. Fetisch «Treiber», denn aus ihm kommt, was die beiden Männer ganz offenbar in wollüstige Wallung bringt: cool designter Techno (komponiert von David Kiers), Jefta van Dinthers bevorzugte Musikrichtung. Schon in seiner Erfolgsproduktion «Grind», für die er zuletzt den Preis «Wild Card» beim NRW-Festival «Favoriten» bekam, waren es die düsteren Loops und Grooves des Techno, die ihn in einem großartigen Solo vor sich her und zugleich in endlos wiederholte Bewegungsmuster trieben – in dunkel-gewaltsame Ekstase. Die repetitiven Muster, «langsame ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 56
von Nicole Strecker
Diversität ist eins der Zeichen unserer Zeit. Darum wird der weiße, heterosexuelle Mann als Maßstab von Ding und Welt künstlerisch so gern infrage gestellt, sei es, indem Jérôme Bel in «Disabled Theatre» lieber Menschen mit geistiger Behinderung auf die Bühne bringt, sei es, dass das Künstlerpaar Gintersdorfer/Klaßen die Opfer kolonialer Vergangenheit in den...
für tänzer_________
ausschreibungen
«Residenzprogramm 2014/2015» in Hamburg: Zum siebten Mal vergibt K3 – Zentrum für Choreographie, Tanzplan Hamburg im Rahmen seines Förderprogramms für ChoreografInnen, die am Beginn ihrer professionellen Praxis stehen, drei achtmonatige Residenzen (Aug. 2014 bis April 2015).
Deadline: 5. August
k3-hamburg.de
Der Fonds...
Der Background ist beängstigend. Noch bevor das eigentliche Stück beginnt, spielt Christoph Winkler einen Soundtrack des Schreckens, der einen schon das Fürchten lehren kann, eine dumpfe Geräuschpalette, die auf eine Demonstration hindeutet, ein ohrenbetäubendes Trillerpfeifenkonzert, vereinzelte Sieg-Heil-Rufe, die das hörbare Ereignis ganz offensichtlich der...
