kopenhagen: nikolaj hübbe «la bayadère»

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Auch das Königlich Dänische Ballett in Kopenhagen musste zuletzt bittere Budget-Kürzungen hinnehmen und deshalb die Zahl der Tänzer wie der Vorstellungen reduzieren. Dennoch versucht Ballettchef Nikolaj Hübbe ein ambitioniertes Programm zu präsentieren und zeigte zu Saisonbeginn Alexei Ratmanskys Neuproduktion von Fokines «Coq d’or».

Nun stellt Hübbe seine Version der «Bayadère» vor und mischt den Lovestory-Hintergrund neu auf: Das indische Personal des Originals wird partiell ersetzt durch britische Soldaten, weshalb Solor als Offizier Sir William Sibley firmiert, der nicht die Tochter des Rajahs, sondern die des Vizekonsuls – Lady Emma Ashbury – heiraten soll. Diese Herrschaften treten den Brahmanen, Fakiren und der liebreizenden Nikia (immerhin auch hier eine indische Bajadere) gegenüber.

Die spirituellen Momente des Originals – Nikias Ergebenheit ihrem Gott gegenüber – sind vollständig getilgt. Stattdessen haben wir es bei Sibley mit einem jungen Mann zu tun (Alban Lendorf), der zwischen viktorianischer Prüderie, wie sie seine recht sauertöpfische Verlobte Lady Emma Ashbury (Lena-Maria Gruber) verkörpert, und der mageren Nikia (J’aime Crandall mit alarmierend hervortretenden ...

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Tanz März 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 54
von Charlotte Christensen

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