köln: Shang-Chi Sun: «The Photographer»
Philip Glass komponierte «The Photographer» 1982 für das «Holland Festival», einen Dreiteiler mit den Sätzen «Schauspiel», «Konzert mit Fotografien» (von Eadweard Muybridge) und einem fulminanten «Tanz» als Finale.
Dieses Mixed-Media-Stück holte das Kammerensemble Neue Musik Berlin nun anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Berliner Museums für Fotografie in Deutscher Erstaufführung hervor – passend zur hiesigen Sammlung, die Muybridges Lichtdrucke aus dem Tafelwerk «Animal Locomotion» von 1872 besitzt: jener Bilderserie, mit denen der britische Fotopionier erstmals nachweisen konnte, dass ein Pferd im Galopp tatsächlich mit allen Vieren in der Luft «fliegt».
Muybridge ließ das Pferd durch dünne Drähte galoppieren, die entlang der Rennbahn zwölf Kameras auslösten. Was durch diese Momentaufnahmen geschah und Philip Glass so beeindruckte, war die Möglichkeit, lineare Zeit nicht als Konstante, sondern als Konstruktion zu erfahren, die man dehnen, wiederholen oder durch Auslassung beschleunigen konnte. Erst dadurch wurde das Filmbild denkbar. Zeitgleich schlug, viel diskutiert, die Geburtsstunde des modernen Tanzes. Er folgte nicht mehr einer narrativen Zeithandlung, sondern betrieb ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 64
von Arnd Wesemann
Alan Smithee zeichnete bereits für so manche Filmregie verantwortlich. Preise gewann er nie, berühmt wurde er auch nicht. Kein Wunder, denn wie Paul Lazar erklärt, wird «Alan Smithee» in den USA dann eingesetzt, wenn der künstlerisch Verantwortliche im Streit aus einem Projekt aussteigt oder gefeuert wird. Konfliktstoff könnte es auch beim Big Dance Theater geben –...
Der Vorwurf ist ja so evident: «Ich versteh das Gehampel nicht. Was erzählt es denn?» Tanz ist okay als cooles Lockerlassen im Schauspiel. Oder als befreiende Leibesübung im Musiktheater. Selbst der in die Oper ausgewanderte Choreograf Joachim Schlömer erzählt, er habe irgendwann den «Anspruch an die Tiefenwirkung der Geschichte, die erzählt wird, im Tanz vermisst»...
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polina semionova
Sie ist Primaballerina und Pädagogin, ist in der ganzen Welt zuhause. Folgerichtig kommt die Professorin nicht nur in einer Kostprobe aus «Cinderella» zum Tanz, 2004 choreografiert von ihrem Entdecker Vladimir Malakhov fürs Staatsballett Berlin. Carsten Fiebeler hat die einstige Babyballerina bei ihrer Arbeit auch in New York...
