klang körper
Zeitreise, Umsturz, Minimal Music, brandende Chöre, Bilderwelten, Tanz, Gesamtkunstwerk … Nicht wenige Stichworte finden sich auf dem Programmheft des Heidelberger Theaters, und einige treffen auf «Echnaton» auch zu: eine dreiaktige Oper, die vor genau 30 Jahren im damals noch sogenannten Kleinen Haus der Württembergischen Staatstheater uraufgeführt wurde.
Philip Glass hat sie seinerzeit als Teil einer Stuttgarter Trilogie komponiert – jenen drei Menschen gewidmet, die nicht einfach nur Geschichte gemacht, sondern zu ihrer Zeit und auf ihrem Feld auf revolutionäre Veränderungen gedrängt haben. So steht im Zentrum von «Satyagraha» der Pazifist Mahatma Gandhi, ein Politiker. Das Kapitel Wissenschaft wird in «Einstein on the Beach» abgehandelt. «Echnaton» wiederum ist dem Religionsstifter vorbehalten, jenem legendären Pharao der 18. Dynastie, der gegen die Vielgötterei in Altägypten den Monotheismus in Gestalt Atons gesetzt und damit letztlich seinen eigenen Untergang besiegelt hat.
Die Unschuld des Sängers
Bereits im Vorspiel repetiert Glass scheinbar gebetsmühlenhaft sein melodisches Material, und dem sich kaum verändernden Kreislauf der Musik entspricht Nanine Linning minutenlang ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: produktionen, Seite 15
von Hartmut Regitz
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