klang körper
Zeitreise, Umsturz, Minimal Music, brandende Chöre, Bilderwelten, Tanz, Gesamtkunstwerk … Nicht wenige Stichworte finden sich auf dem Programmheft des Heidelberger Theaters, und einige treffen auf «Echnaton» auch zu: eine dreiaktige Oper, die vor genau 30 Jahren im damals noch sogenannten Kleinen Haus der Württembergischen Staatstheater uraufgeführt wurde.
Philip Glass hat sie seinerzeit als Teil einer Stuttgarter Trilogie komponiert – jenen drei Menschen gewidmet, die nicht einfach nur Geschichte gemacht, sondern zu ihrer Zeit und auf ihrem Feld auf revolutionäre Veränderungen gedrängt haben. So steht im Zentrum von «Satyagraha» der Pazifist Mahatma Gandhi, ein Politiker. Das Kapitel Wissenschaft wird in «Einstein on the Beach» abgehandelt. «Echnaton» wiederum ist dem Religionsstifter vorbehalten, jenem legendären Pharao der 18. Dynastie, der gegen die Vielgötterei in Altägypten den Monotheismus in Gestalt Atons gesetzt und damit letztlich seinen eigenen Untergang besiegelt hat.
Die Unschuld des Sängers
Bereits im Vorspiel repetiert Glass scheinbar gebetsmühlenhaft sein melodisches Material, und dem sich kaum verändernden Kreislauf der Musik entspricht Nanine Linning minutenlang ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: produktionen, Seite 15
von Hartmut Regitz
Affinität zum Tanz? «Hab ich nicht. Sie ist selbstverständlich wie die Affinität zum Essen. Bewegung im Raum. Ob man schreitet oder schlurft – das sind doch alles schon tänzerische Sprachweisen.» Gregor Jansen versteht nicht viel von Tanz – sagt er. Dabei ist sein Denken durchaus bewegungsästhetisch geprägt. Ein «heftiger Pogo-Tänzer» sei er gewesen, als...
Sogar die vier feuerroten Theatervorhänge, die streng hintereinander hängen, sind erschöpft. Sie öffnen und schließen sich wie müde Augen. Ihre Schlitze hängen schräg im Raum, geben den Blick frei auf die acht Performer: lauter Blindgänger. Sie gehen ohne Augen. Eine schlafwandelt in rosaroter Kleidung. Eine hebt am Ende ihrer Kräfte die Wasserflasche, führt sie...
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polina semionova
Sie ist Primaballerina und Pädagogin, ist in der ganzen Welt zuhause. Folgerichtig kommt die Professorin nicht nur in einer Kostprobe aus «Cinderella» zum Tanz, 2004 choreografiert von ihrem Entdecker Vladimir Malakhov fürs Staatsballett Berlin. Carsten Fiebeler hat die einstige Babyballerina bei ihrer Arbeit auch in New York...
