kirstine ilum
«F.U.B.A.R». steht für «Fucked Up Beyond Any Recognition» und bezeichnet militärische Zerstörung bis zur Unkenntlichkeit. Kirstine Ilum besitzt in diesem Stück den furchtlosen Hang zur extremen Aktion, kontrolliert nur durch ihren starken künstlerischen Willen, der selbst die Jungs des Mute Comp. Physical Theatre noch um Längen schlägt. Der Vergleich mit der Armee hinkt nicht, auch Frauen gehören den Truppen an, auch wenn wir oft und irrtümlich glauben wollen, dass sie im bewaffneten Einsatz nicht auftauchen.
Kirstine Ilum aber taucht tief ein in die Rockmusik der großen amerikanischen Band The Legendary Shack Shakers; man sieht, wie ein Adrenalinstoß sie durchzuckt und ihre Arme stumm zu reden beginnen in ihren grausamen Soli. Sie lässt in der Tat jede Form der Eitelkeit weit hinter sich, macht Platz, um eine Ekstase unablässig feuernder Salven sicht- und hörbar werden zu lassen. Sie ist, buchstäblich, der Shootingstar der Saison.
Während sich viel zu viele weibliche Talente der dänischen Tanzszene mit selbstbeweihräuchernden Anekdoten und hübschen Posen zufriedengeben, ist zu hoffen, dass mehr Choreografen, als das Mute Comp. Physical Theatre überhaupt zur Verfügung hat, die ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 142
von Charlotte Christensen
Die Stuttgarter Tanzszene ist ein starres Gefüge. Sie tut sich schwer im Schatten des Stuttgarter Balletts, der mit Eric Gauthiers Kompanie inzwischen bis ins Theaterhaus reicht. Die Nischen und Namen der freien Szene sind vertraut. So wirkte das Auftauchen von Nicki Liszta wie in einem Western, wenn ein Fremder durch die Saloontür tritt und den Colt auf den...
Brit Rodemund hat ihren grünen Rucksack schon fast wieder in der Hand, als sie sagt: «Vertrauen ist wichtig. Einen guten Choreografen zeichnet aus, ein guter Menschenkenner zu sein. Du musst Vertrauen bekommen, damit Dinge, die man für unmöglich hielt, möglich werden, damit er aus dir Sachen herauszufordern vermag und du diese Forderung zulassen und dann sehr weit...
Die 1971 geborene Israelin Sharon Eyal hebt sich Stück um Stück von Mainstream und Mittelmaß ab: durch eine künstlerische Überlegtheit und Konsequenz vor allem, die man je nach Sichtweise auch erbarmungslos nennen könnte. Ihre Themen – Liebe, Beziehungskisten im weitesten Sinne – sind wirklich nicht originell, aber wo man sonst oft ein 08/15-Bewegungsrepertoire...
