sharon eyal
Die 1971 geborene Israelin Sharon Eyal hebt sich Stück um Stück von Mainstream und Mittelmaß ab: durch eine künstlerische Überlegtheit und Konsequenz vor allem, die man je nach Sichtweise auch erbarmungslos nennen könnte. Ihre Themen – Liebe, Beziehungskisten im weitesten Sinne – sind wirklich nicht originell, aber wo man sonst oft ein 08/15-Bewegungsrepertoire sieht, das für Zerrissenheit und multiple Gemütszustände stehen soll, schärft und spitzt Sharon Eyal jede Bewegung zu. Und bindet auch nicht die kleinste Schleife drum.
Das Wort «gefällig» gibt es nicht im Tanzvokabular dieser Choreografin.
Der Einfluss der Batsheva Dance Company, bei der Sharon Eyal getanzt hat und bei der sie Hauschoreografin ist, ist noch erkennbar, doch hat sie einen eigenen Kopf und Stil. Ihre Stücke sind polierter, kälter, von kristalliner wie auch energischer Härte. Man hat das Gefühl, dass Sharon Eyal nichts einfach so unterläuft. Und doch steht die Perfektion dem Ausdruck nicht im Weg. Im Gegenteil, sie scheint genau zu wissen, wie sie mit Bewegung Stimmungen erzeugen kann, unheimliche, beklemmende, manchmal bitter-komische. Jede Bewegungsfolge hat ein Ziel und landet im Schwarzen. Und wirkt noch ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 140
von Sylvia Staude
Nichts ist dem Tänzer näher als der Körper. Man kann ihn heilen. Das ist für viele eine schlüssige Fortsetzung der Tänzerkarriere. Die Bandbreite ist groß: von der Tanzpädagogik bis zur Arbeit mit Parkinson-Patienten
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
Gegen Ende des Stücks nähert sich der Cellist der barbusigen Tänzerin, bespielt nun ihren Körper, wie er es zuvor mit seinem Instrument getan hat: zärtlich, energisch, demutsvoll. Dieses Bild ist voll Erotik und sublimer tänzerischer Strenge. Anna Konjetzky hat es ersonnen und lässt mit ihm ihr Stück «Tagebuch – si un jour tu décides de partir» aus dem Jahr 2008...
