Brit Rodemund
Brit Rodemund hat ihren grünen Rucksack schon fast wieder in der Hand, als sie sagt: «Vertrauen ist wichtig. Einen guten Choreografen zeichnet aus, ein guter Menschenkenner zu sein. Du musst Vertrauen bekommen, damit Dinge, die man für unmöglich hielt, möglich werden, damit er aus dir Sachen herauszufordern vermag und du diese Forderung zulassen und dann sehr weit gehen kannst, ohne das Gefühl zu haben, dich benutze jemand.» Mit diesen Worten entschwindet sie durch die Glastür ins Cappuccino-Tischchen-Gewirr des Prenzlauer Bergs.
Den Umrissen der zierlichen Frau nachblickend, denkt man irgendwie chemisch: Vertrauen ist die Schlüsselressource, der Treibstoff, der Menschen zusammenbringt und gemeinsam befördert.
Bei «revolver besorgen», dem jüngsten Soloprojekt der Tanzregisseurin Helena Waldmann, hat Brit Rodemund dieses Vertrauen offenbar verspürt. Derart gestützt und umhegt ist sie tänzerisch in Bereiche vorgedrungen, in denen dem menschlichen Intellekt Grenzen gesetzt sind und die Gefühle einer großen Verwirrung unterzogen werden. Brit Rodemund tanzte Demenz. Ein Wagnis, eine Unmöglichkeit eigent-lich. «Ich erinnere mich, wie ich irgendwann einfach losgelegt habe und mich ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Tänzerin des Jahres, Seite 120
von Tom Mustroph
Choreograf des Jahres
Sidi Larbi Cherkaoui
Kompanie des Jahres
Stuttgarter Ballett
Tänzerin des Jahres
Brit Rodemund
Performer des Jahres
Jared Gradinger
Aufreger des Jahres
Wim Wenders’ «Pina»-Film
Die Umfrage im Einzelnen:
Esther Boldt
Frankfurt am Main
«Journal Frankfurt»
Aufführung des Jahres
«For Faces» von Antonia Baehr
Choreograf/in des Jahrers
Anna Mendelssohn...
Historisch war das sicher einmalig. Xander Parish, Mitglied im Corps de ballet des Royal Ballet, wird vom künstlerischen Direktor des Mariinski-Balletts, Juri Fatejew, eingeladen, ein ständiges Mitglied in St. Petersburg zu werden. Bis dahin hatte Parish nur ein paar wenig herausfordernde Rollen des Londoner Repertoires getanzt. Fatejew, 2008 Gastlehrer am Royal...
7.30 Uhr
Wenn Tobias Ehinger aufsteht, checkt er erst einmal – in aller Ruhe – seine E-Mails am Laptop. Dann tankt er Energie für den Tag: Auf dem Weg zum Theater liegt das Südbad, in dem er eine halbe Stunde seine Runden dreht. Zum Frühstück trifft er sich mit Xin Peng Wang. Etwa eine Viertelstunde lang besprechen die beiden, was anliegt. «Der Ballettchef bestimmt...
