Jenseits
Eine Zeit lang nannte der Branchenspott ihn Robert «Long ago» – Robert Longo galt als ultimativer Vertreter der 1980er Jahre: Post-Punk, New Wave, New-York-hip, in steter Reaktion auf ein selbstgewisses, aber untergründig selbstzerstörerisches Corporate America. Longo, der Bildhauerei studiert hatte, als Zeichner und Filmregisseur bekannt wurde, sah den Fall mitten in der Epoche des Hochmuts voraus. Zwischen 1977 und 1983 entstand eine Serie von Kohlezeichnungen – «Men in the cities» – nach Fotografien, die er auf dem Dach seines Apartmenthauses von Freunden und Bekannten machte.
Er bewarf sie mit Objekten oder riss an Seilen, an denen er sie angebunden hatte, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er hielt Gestalten im Bild fest, die sich krümmten wie Peckinpahs Bonnie und Clyde im Kugelhagel. Geprügelte Erfolgsmenschen in Jackett und Krawatte, unterlegen im Kampf mit unsichtbaren Gegnern. Gefakte Filmstills einer ruckartigen und krampfhaften, aber seltsam grazilen Choreografie der Gewalt. Er sagte dazu: «Modernen Tanz mag ich nicht; wie Figuren in Filmen sterben, ist der beste Tanz, finde ich: Sie taumeln und zucken und explodieren im Raum …» Und: «I want to take that imbalance ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ich besuchte die Folkwang-Schule von 1957 bis 1960. Pina studierte im Jahrgang über mir. Der Unterricht bestand zur Hälfte aus Klassik, die wir meistens «en dehors» tanzten. Pina nahm auch an der Meisterklasse für abstrakte Choreografie teil. Was sie als Tänzerin auszeichnete, war das vollkommene Aufgehen im Raum, wie es entsteht, wenn man die Technik von Kurt...
Beim 6. Int. Ballettwettbewerb erklärte die Jury den Chinesen Xiaoyu He, 21, zum Gewinner. Das Ensemblemitglied des Chinesischen Nationalballetts erhielt den mit 12 000 Euro dotierten Gloria Grand Prix. Geholfen hat ihm seine Partnerin Haijing Yao, die ebenfalls einen ersten Preis erhielt, neben ihrem Landsmann Jun Shuang Huang. Die Chinesen in diesem Jahr: fast...
Was hat die Maniküre mit den liturgischen Ges-ten eines Bischofs gemeinsam, was soll ein Pferdedoktor mit einem Kampfpiloten gemein haben, was eine Goldschmiedin mit einem Plakatekleber? Alle lieben ihren Job. Alle üben ihn mit Hingabe aus, und alle tun es geschickt mit ihren Händen. Darum heißt das, was einst eine Kunst genannt wurde: Handwerk.
Pascale Houbin...
