«Jeder soll so sein, wie er ist»
Pina und ihr Dramaturg. 1977 habe ich zum ersten Mal ein Stück von Pina gesehen, «Blaubart». Danach kamen ihre «Macbeth»-Paraphrase «Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen» und «Kontakthof». Zu der Zeit schrieb ich viel über Theater und schlug der Zeitschrift «Theater heute» 1979 einen umfangreicheren Text über Pinas Arbeit vor. Ich war unter anderem bei den Proben zu «Arien» und führte lange Gespräche mit ihr. Mein so entstandenes Portrait gefiel sowohl Pina als auch ihrem Lebensgefährten und Bühnenbildner Rolf Borzik.
Als sie anschließend an «Keuschheitslegende» arbeiteten, fragte sie, ob ich nicht einen Text für das Programmheft schreiben wollte. Ich habe dann ein Probentagebuch gemacht und gemeinsam mit ihr an der Gestaltung des Programmhefts gearbeitet. Rolf war zu der Zeit schon sehr krank und starb wenige Wochen nach der Premiere. Er war 35, im Jahr 1980, und für Pina und die gesamte Kompanie war das ein großer Schock. Pina bat mich, bei seiner Beerdigung über ihn zu sprechen – ich mochte ihn und seine Arbeit sehr und habe versucht, etwas über Rolf und seine außergewöhnlichen Bühnenräume zu sagen. Während ich mit der Kompanie arbeitete, war ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein

- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Von zwei Auftritten in München und Stuttgart abgesehen, kennt ihn in Deutschland kein Mensch. Das könnte sich bald ändern. Acosta, als einziger Tänzer bei Decca unter Vertrag, möchte mit seiner Show «Tocororo» gastieren, auch Auftritte à la «Don Quixote» schließt er nicht aus. Womöglich kommt er sogar ins Kino. Ein Spielfilm, basierend auf seiner Autobiografie, ist...
Sie sind schon so oft erzählt worden, die Geschichten von Drogen-Cocktails und Entziehungskuren. Michael Clark, die Punk-Rakete des Balletts, heiratete 1989 den Choreografen Stephen Petronio. Zur Besiegelung ihrer Beziehung trieben sie es in einer Londoner Galerie live vor geladenem Publikum. Der Ballerino als Punk, das war mal große Fallhöhe: Ein hochbegabter...
Das Tanztheater Wuppertal gastierte gerade in Breslau, als es am Mittag des 30. Juni die Nachricht vom Tod Pina Bauschs erreichte. Die Kompanie tanzte am Abend, so wie sie auch nach den Anschlägen des 11. September getanzt hatte. Dieses als ein Akt der Selbstbehauptung, zum einen. Und es mag, zum anderen, den Tänzern ein Trost gewesen sein, das jüngste Stück, das...