I will survive
Einmal hatte Marco Berrettini richtig Pech. Er arbeitete an einer Inszenierung in Paris, an einem dieser Theater mit vielen verwinkelten Korridoren und Räumen, die nur nach Eingabe eines Codes am Türöffner betretbar sind. Ein sicherer Ort, um dort sein technisches Equipment zu verwahren. Sollte man meinen. Und doch war plötzlich alles weg: Computer und vor allem Festplatten geklaut – alle Aufzeichnungen des choreografischen Lebenswerks von Marco Berrettini.
Die Täter, die auf der Flucht noch einen Techniker mit dem Messer verletzten, waren über das Parkhaus im Keller ins Theater eingedrungen. Im Tiefgeschoss fand die Polizei Vorhangstoffe, die der Bühne fehlten und von den Dieben offenbar als Schlafsäcke genutzt worden waren.
Erst Tanz- und Anstandsschule, dann Disco-Dance-Turnier
Der Verlust all seiner Aufzeichnungen, sagt Marco Berrettini, habe ihn «sehr traumatisiert». Heute sei er, setzt er scherzend hinzu, verloren für die Nachwelt. Wie sich noch in Tanzarchiven verewigen? Er kann. Er muss sich dazu nur wiederholen. Und das tut er mit Verve. Seine frühe Arbeit, «Sorry, do the tour», 2001 uraufgeführt in Hamburg auf Kampnagel, erfuhr 2021 im Théâtre Arsenic in Lausanne ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 4 2023
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Arnd Wesemann
tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH
Redaktion Sofie Goblirsch, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung)
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin, Tel. +49-30-254495-20, Fax -12 redaktion@tanz-zeitschrift.de www.tanz-zeitschrift.de
Bildredaktion Marina Dafova, Sofie Goblirsch
Art...
Choreografen haben ungeahnte Kräfte. Sie brauchen nur einen Sack mit Hundekot zu schmeißen und schon ist die ganze Pressefreiheit im Robidog. Das könnte glauben, wer im Februar die Kommentare zur Hundekotattacke Marco Goeckes auf eine Tanzkritikerin las (siehe auch S. 44). Echt jetzt? Im Ausraster eines Theaterschaffenden gegen die Kritik einen Angriff auf die...
Nadja Saxer ist eine Aficionada. Die Wiener Kulturmanagerin befeuert mit ihrer Passion für die Club-Dance-Culture die Plattform CDCV, über die sie das Projekt «Dance Seduction Vienna» organisiert – Motto: «Move your legs and your spririts will follow» – und jetzt im April die erste Wiener «Dance Music Conference (DMCV)» veranstaltet. Wir treffen uns in einem Wiener...
