Multimix
Nadja Saxer ist eine Aficionada. Die Wiener Kulturmanagerin befeuert mit ihrer Passion für die Club-Dance-Culture die Plattform CDCV, über die sie das Projekt «Dance Seduction Vienna» organisiert – Motto: «Move your legs and your spririts will follow» – und jetzt im April die erste Wiener «Dance Music Conference (DMCV)» veranstaltet. Wir treffen uns in einem Wiener Traditionscafé, um dieses Event näher zu beleuchten.
Was ist Ihre «Dance Music Conference»?
Eine Präsentation von Künstlerinnen aus dem Club-Underground-Freestyle-Tanz im Rahmen einer Konferenz mit Demonstrationsformaten und Diskurs – als kleines Festival an einem Wochenende. Die Tänzer*innen stellen ihre Tanzstile vor, und ich habe zwei Wissenschaftler*innen eingeladen: die Soziologin Silvia Rief, sie hat eine profunde Schilderung der internationalen Clubtanzszene geschrieben. Und Tim Lawrence von der East London University als Verfasser dreier Landmark-Bücher über die New Yorker Clubszene. Es gibt auch Workshops. Da können im Prinzip alle mitmachen, es ist inklusiv und divers.
Geht dabei das Clubtanzen ohne Bühnenwerke ab?
Nein, alle Tänzer*innen, die ich eingeladen habe, machen eigene Stage Works. Also gibt es nach ...
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Tanz 4 2023
Rubrik: Praxis, Seite 61
von Helmut Ploebst
Die Bühne liegt in Schwarz, bedeckt unter Papier. Aus dem Graben klingt Musik von Arvo Pärt und Dobrinka Tabakova. Und von unten nach oben klettern wieder und wieder einzelne Tänzerinnen und Tänzer der Kompanie des Theaters St. Gallen. Auf ihren Kostümen haben sich die Straßen der Stadt eingeschrieben, die die vergangenen Jahre ihre Heimat war. Und auf denen sich...
Wir schreiben das Jahr 1972, Westdeutschland. Unlängst ist die Zeitschrift «twen» eingegangen, obwohl oder weil sie sich gegen die Prüderie der Nachkriegszeit aussprach. Es dauert noch sechs Jahre, bis das «konkursbuch» in Tübingen für eine befreite Sexualität kämpfen wird. Und noch einmal zwei Jahre später folgen Periodika wie «Sexualität konkret». Homosexualität...
Verzückung, Verrückung, obskures Ritual: Sechzehn weiß gewandete Gestalten in Spitzenhäubchen und Krinoline kleben im Pulk aneinander. Der Raum ringsum leuchtet so rot wie die Innenmembran einer Gebärmutter, während die mysteriösen Sektierer*innen, die an das Personal eines Daphne du Maurier-Schauerromans à la «Rebecca» erinnern, unsichtbare Schicksalsfäden zu...
