Artus mit John Cranko, 1970. Foto: Hannes Kilian
Hundeherz
Choreografen sind auch nur Menschen, und als solche kommen viele auf den Hund, manche auf eine Katze. Warum das so ist, warum man welches Tier erwählt, wird sicher eines Tages Forschungsgegenstand der Tanzwissenschaft. Vielleicht will man ja dann wissen, ob das denn so stimmt, was ein George Balanchine immer wieder von seiner Mourka behauptet hat: «Die Katze hat einen Körper, für den zu choreografieren sich lohnt.» Schenkt man seiner zeitweiligen Gattin Tanaquil LeClercq Glauben, hat Mr. B. es nicht bei der Verlautbarung belassen.
So wird kolportiert, dass Mourka auf Bitten Igor Strawinskys bei einer Weihnachtsparty in New York ihr Können unter Beweis gestellt hat. LeClercq spricht gar von brillanten Jetés und Tours en l’air. Nachzulesen in ihrem Buch «Mourka: the Autobiography of a Cat».
Die wenigsten Choreografen sehen ihre tierische Beziehung allerdings unter beruflichen Aspekten. Vielleicht noch Itzik Galili, der in seinem früheren Leben einmal Hundefriseur gewesen ist. Sidi Larbi Cherkaoui jedenfalls rühmt an seinen russischen Blaukatzen menschliche Eigenschaften. Er spricht von Empathie, Energie, Unabhängigkeit, Zartheit, Intelligenz und Schönheit. «Mich inspiriert die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alle zwei Jahre veranstaltet die Europäische Rundfunkunion den TV-Concours «Eurovision Young Dancers», der sich nicht allein seiner Öffentlichkeit wegen großer Beliebtheit erfreut, sondern weil bei diesem Wettbewerb gleichrangig alles möglich ist: klassisches Ballett, zeitgenössischer Tanz oder Hip-Hop, und das einzeln wie im Ensemble. Im vergangenen Jahr hat er im...
Tanzplattform
Wer ist dabei, was gibt´s Neues, und was findet im Beiprogramm statt? PACT Zollverein in Essen verantwortet die Biennale für zeitgenössischen Tanz und Choreografie 2018 und trägt in bewährter Manier zusammen, was die Jury als besonders sehenswert eingestuft hat. Von Sasha Waltz‘ «Kreatur» (tanz 6 und 7/17; Foto: Angela Kröll) über Richard Siegals...
Klare Ansage von Romeo Castellucci zur Uraufführung in Antwerpen: «‹Democracy in America› ist kein politisches Stück», hat der Theatermacher da in einer Programm-Notiz geschrieben. Aber unpolitisch? Ist es erst recht nicht! Castelluccis Ausgangspunkt war der zweibändige Essay «De la démocratie en Amérique» von Alexis de Tocqueville: eine politologische Feldstudie...
