Foto: Ann Ray

Play

Spaß, Spiel, Spannung: Alexander Ekman choreografiert für das Pariser Opernballett ein zirzensisches Spektakel mit todernsten Einschlägen – und beschert Direktorin Aurélie Dupont einen glanzvollen Auftakt

Tanz - Logo

Es könnte Chanel sein. Vielleicht auch Hermès. Auf jeden Fall glitzert die Jacke der Dame – Sitzplatz im Palais Garnier: erste Reihe, Balkon links – so golden wie eine mit Brokat überzogene Weihnachtskugel. Verhaltener ist das Lächeln, das Aurélie Duponts Lippen umtänzelt. Immerhin dürfte an diesem Abend einige Anspannung im Spiel sein. Spiegelbildlich zur Directrice de la danse der Pariser Oper hat auf dem rechten Balkon der Mann Platz genommen, der für die Inszenierung verantwortlich zeichnet und dessen Name gleich auf dem Vorhang erscheinen wird – als Projektion.

Die Verbeugung vor dem Kino ist eine Novität fürs Premierenpublikum, genau wie die vier orgelpfeifengleich postierten Saxofone, die auf dem geschlossenen Orches-tergraben ihrer Bestimmung harren. 

Doch schon marschieren vier Musiker herein und rollen die ersten Fransen des bildhübschen Klangteppichs aus, den Mikael Karlsson eigens für diesen Anlass entworfen hat. Während sie sich ans Werk machen, erscheinen nacheinander die Namen aller Beteiligten bis hin zu den Technikern im Vorspann zu «Play» − «Chorégraphie et Décors: Alexan-der Ekman». So heißt der Mann, der äußerst vergnügt dem Ergebnis dessen entgegensieht, was ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Coesfeld - On Tour

Tanz bringt Stabilität. Sogar in solch unruhigen Gefilden wie Israel, wo Politik und Kulturpolitik mitunter Kapriolen schlagen. Die Kibbutz Contemporary Dance Company (KCDC) hat dagegen erst ihren zweiten künstlerischen Leiter, seit sie 1973 von Yehudit Arnon (1926 – 2013) gegründet wurde. 1996 übergab die Auschwitz-Überlebende die Leitung der KCDC an Rami Be’er,...

Le Havre - On Tour

Klare Ansage von Romeo Castellucci zur Uraufführung in Antwerpen: «‹Democracy in America› ist kein politisches Stück», hat der Theatermacher da in einer Programm-Notiz geschrieben. Aber unpolitisch? Ist es erst recht nicht! Castelluccis Ausgangspunkt war der zweibändige Essay «De la démocratie en Amérique» von Alexis de Tocqueville: eine politologische Feldstudie...

Susanne Linkes Methode: Inner Suspension

Susanne Linke, Sie unterrichten Profitänzer und -tänzerinnen mit einer Methode, die Sie «Inner Suspension» nennen. Was gab Ihnen den Anstoß zu dieser Methode? Ich habe während meiner zweiten Ausbildungsphase in der Folkwang-Hochschule auch viel Klassisches Ballett trainieren müssen: Eine Dreiviertelstunde an der Stange, dann zwanzig Minuten in der Mitte, und dann...