Günter Pick verlässt die ZBF
Günter Pick, acht Jahre lang haben Sie bei der ZBF die Belange der Tänzer vertreten. Zuvor waren Sie Tänzer, Choreograf und Ballettdirektor. Inwieweit hat sich die Tanzszene in der Zeit verändert? Sie ist sehr viel selbstbewusster geworden. Auch geht es ihr «gold», wenn ich die Situation des Tänzers hier mit der im Ausland vergleiche.
Wie äußert sich das erstarkte Selbstbewusstsein? Als Tänzer steht man zeitlebens in einer wahnsinnigen Abhängigkeit vom Choreografen. Das ist noch immer so. Entwickelt hat sich aber sein Selbstverständnis.
Selbst kleinere Theater haben heutzutage ihre «Jungen Choreografen» im Programm. Insofern ist der Tänzer «erwachsen» geworden, weil er darauf drängt, innerhalb solcher Programme eigenständig zu arbeiten. Gleichzeitig hat sich seine Stellung verschlechtert, als Ensembles aufgrund finanzieller Probleme entweder verkleinert oder ganz eliminiert werden. Der Stellenabbau ist enorm.
Raten Sie da überhaupt noch jemandem, Tänzer zu werden? Ich würde niemandem abraten, ihm aber bewusst machen, welche Anstrengung es bedeutet. Der Qualitätssprung gegenüber früher ist riesig geworden. Einige der Tänzer, die wir als große Künstler schätzen, hätten heute keine ...
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