Jörg Mannes: "Molière"
Barocker Paukenschlag verkündete den Start von Jörg Mannes und dem neuen Ballett-Ensemble an der Staatsoper Hannover. Wer bei «Molière» auf ein aufwändiges historisches Bilderspektakel hoffte, sah sich aber getäuscht. Der Komödienkönig tanzt in einem opaken Kunststoff-Ambiente, in der Lars Peter die Barockbühne mit Drehprismen zitiert. Auch die Kostüme in raffinierter Farbpallette von flieder bis lachsrot hat Lenka Radecky-Kupfer transparent auf originale Schnittlinien reduziert. Auf der Folie von Molières Wirken am Hof Ludwigs XIV.
, der Gründungszeit des klassischen Balletts, reflektiert der österreichische Choreograf nicht ohne Selbstironie über die eigene Situation am Beginn mit seiner 28-köpfigen Gruppe. Im opulenten, sich in kühler Schönheit entfaltenden Bilderbogen beschäftigen Mannes also weniger Molières Lebensstationen als die Konstellationen in einem Theatermacherteam und die allgemeinere Problematik eines (Tanz-)Künstlers im Widerstreit von Tradition und Moderne, im Spannungsfeld von eigener Standortsuche und Publikumserwartung, von persönlichen Beziehungen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten.
Klug wählte Mannes ein Sujet, das für den Zuschauer den abrupten Wechsel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Für Menschen mit wenig Geld bietet das Wochenend-Ticket der Deutschen Bahn eine beliebte und kostengünstige Transportmöglichkeit. Man ist zwar länger unterwegs, dafür ist die Fahrt mit Regionalzügen ohne Sitzplatzreservierung quer durch Deutschland auch viel kommunikativer. Man lernt neue Leute kennen, beispielsweise solche, mit denen man die Leidenschaft für...
A few months ago, at a time when I was particularly exhausted from the recurring insolvency of my free-lance dancer lifestyle, I thought I had been granted a little monetary relief through an act of divine intervention. I was standing on the subway platform waiting for the downtown A train and absent-mindedly flipping through AmNewYork. Just a moment before I had...
«Wer nicht tanzt, kennt den Weg des Lebens nicht.» So zitiert John Neumeier aus dem Hymnus Christi «Flöten will ich, tanzet alle» – überliefert in den apokryphischen 1. Johannesakten, mit denen Jesus beim Abendmahl seine Jünger zum Tanz auffordert – im Programmbuch zur «Matthäus-Passion» bei den Hamburger Ballett-Tagen 1981. Ein Wegsuchender ist er in über dreißig...
