Jörg Mannes: "Molière"
Barocker Paukenschlag verkündete den Start von Jörg Mannes und dem neuen Ballett-Ensemble an der Staatsoper Hannover. Wer bei «Molière» auf ein aufwändiges historisches Bilderspektakel hoffte, sah sich aber getäuscht. Der Komödienkönig tanzt in einem opaken Kunststoff-Ambiente, in der Lars Peter die Barockbühne mit Drehprismen zitiert. Auch die Kostüme in raffinierter Farbpallette von flieder bis lachsrot hat Lenka Radecky-Kupfer transparent auf originale Schnittlinien reduziert. Auf der Folie von Molières Wirken am Hof Ludwigs XIV.
, der Gründungszeit des klassischen Balletts, reflektiert der österreichische Choreograf nicht ohne Selbstironie über die eigene Situation am Beginn mit seiner 28-köpfigen Gruppe. Im opulenten, sich in kühler Schönheit entfaltenden Bilderbogen beschäftigen Mannes also weniger Molières Lebensstationen als die Konstellationen in einem Theatermacherteam und die allgemeinere Problematik eines (Tanz-)Künstlers im Widerstreit von Tradition und Moderne, im Spannungsfeld von eigener Standortsuche und Publikumserwartung, von persönlichen Beziehungen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten.
Klug wählte Mannes ein Sujet, das für den Zuschauer den abrupten Wechsel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Olivier Dubois spielt Cäsar. Eine kurze Toga lässt den halben Brustkorb über dem wohlgerundeten Leib frei. In der einen Hand liegt eine Traube, deren Früchte er, während er unruhig und überdrüssig über die Bühne streift, ab und an hastig in den Mund stopft. Er eilt ein paar der Stufen hinauf, bleibt sinnend, trauben-stopfend stehen wie ein äsendes Tier, hüpft dann...
Irène Skorik
In ihrem 82. Lebensjahr verstarb die Ballerina im Juli in Paris. Während ihr französischer Vater sie musikalisch förderte, verdankte sie ihrer russischen Mutter eine solide Tanzausbildung bei der Petipa-Schülerin Olga Preobrajenska. Später wurde sie Ballerina der Ballets des Champs- Elysées, der bedeutendsten klassischen Kompanie im...
Das Schicksal des Winzermädchens, das sich erstmals vor 165 Jahren aus unglücklicher Liebe zu Tode tanzte, bewegt in dieser Spielzeit in Düsseldorf-Duisburg Ballettchef Youri Vàmos (Premiere: 2. Februar), Marguerite Donlons irisches Tinkermädchen tourt, und im Kölner Schauspielhaus schickt jetzt Amanda Miller esoterische Wesen durch einen Zen-Garten unter dem Titel...
