«Ghost Light – ein Ballett in Corona-Zeiten» von John Neumeier

Produktion des Jahres: Hamburgs Ballettchef hat sich noch nie ins künstlerische Bockshorn jagen lassen. Beste Voraussetzung für seinen feinfühligen und feinsinnigen Triumph über unsere pandemische Depression

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Als John Neumeier und das Hamburg Ballett «Ghost Light» wenige Wochen nach der Uraufführung im Oktober 2020 nach Baden-Baden brachten, war die Pandemie, wie wir heute wissen, noch lange nicht vorbei. Aber wir hegten irgendwie Hoffnung. «Ghost Light» war eines jener wenigen neuen Tanzstücke, die wir im Herbst nach dem Lockdown vom Frühjahr 2020 sehen konnten. Es war unter Pandemie-Bedingungen entstanden, trägt in der Form den Pandemie-Bedingungen Rechnung und erinnert im Titel an eine Zeit ohne Theater.

Eine Zeit, die schon bald nach dem Gastspiel neu anbrechen würde und dauern, dauern, dauern.

Im Festspielhaus Baden-Baden war an diesem Tag neben «Ghost Light» eine Ballett-Werkstatt mit John Neumeier am Vormittag angesetzt. Ich reiste also früh am Morgen los, um mir beides anzuschauen, und erlebte in dem beschaulichen Baden-Baden einen Sonntag, den ich so schnell nicht vergessen werde. Seither habe ich mir immer wieder überlegt, ob mich «Ghost Light» ohne den Workshop ebenso berührt hätte. Die Überlegung ist müßig, haben sich doch Werkstatt wie Vorstellung gleichermaßen ins Gedächtnis gebrannt. Und damit das: wie Künstlerinnen und Künstler eine sehr schwierige Situation gemeinsam ...

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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: The Winners Are, Seite 124
von Lilo Weber

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