Geteilte Blicke
Als wir uns Anfang der 1990er-Jahre kennenlernten, warst Du für mich die Frau mit der Kamera auf der Schulter, die Tanzaufführungen landauf, landab filmte. Was ich nicht wusste: dass Du selbst getanzt hast. Bis 1978. Da bist Du ausgestiegen. Du warst 28 Jahre alt. Warum? Mit 28 hatte ich schon fast ein ganzes Tänzerleben hinter mir – angefangen hatte ich mit fünf Jahren in einer privaten Ballettschule in Saarbrücken, dann weiter nach Köln zu Kurt Peters und Peter Appel, die uns stilsicher und auch modern machten.
Johann Kresnik war die logische Folge, aber auch grundsätzlich ein Abschluss. Ich vermisste nach sechs Jahren in seiner Kompanie die demokratischen Reformen, die im Schauspiel längst begonnen hatten. Die Rolle der Frauen im Tanz war für mich selbst bei Pina Bausch noch nicht zeitgemäß. Das gab’s erst Jahre später für mich bei Anne Teresa De Keersmaeker mit «Rosas danst Rosas».
Du hast dich 1971 voller Überzeugung und Elan Johann Kresnik und seinem politischen Tanztheater in Bremen angeschlossen. Würdest Du rückblickend sagen – das war eine typische Entwicklung für deine Generation, die sich Mitte/Ende der 60er-Jahre politisch engagierte, radikalisierte? Typisch wofür? Für ...
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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Claudia Henne
FILMS.DANCE
Alessandro Giaquinto ist ein Multitalent: Tänzer beim Stuttgarter Ballett, Romancier und Lyriker, zudem als Choreograf unterwegs. In dieser Mission hat er gerade für die Website films.dance einen Kurzfilm mit dem Quäntchen tänzerischer Raffinesse bestückt, das die Geschichte erst so richtig ins Laufen bringt: «Do Butterflies Remember Being Caterpillars»...
Deutschland
Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische
Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen
An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-22849
www.ballett-badsoden.de
Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz. Nürnberger Straße 108 k, D-96050...
Mit Menschen kann er. Was vermutlich damit zu tun hat, dass Adil Laraki mit sechs Geschwistern aufwuchs mitten in der quirligen Hauptstadt Marokkos. In Rabat war er umgeben von Internationalität. Nahezu alle Kulturinstitute der Welt befanden sich im Umkreis seines Zuhauses. Das Theater war um die Ecke. Als kleiner Junge schlüpfte er oft unbemerkt mit fremden...
