Die Lehrerin: Maria Eichwald

NEU AN DER JOHN CRANKO SCHULE

Als Olimpia ist sie in Stuttgart unvergessen. 2006 verkörperte Maria Eichwald die «lebende» Puppe in dem Ballett «Der Sandmann». Christian Spuck erinnert sich noch gut an den schwierigen Part: «In der Rolle ging es darum, einen Automaten im Sinne der Romantik darzustellen. Das geschah zu allererst über eine perfekte, aber künstliche Koordination. Dies sichtbar zu machen, braucht es den schwierigen Moment der Unkoordination – etwas, das den Tänzerinnen seit der Ausbildung ausgetrieben wird.

»

Maria Eichwald meisterte die schwierigen, «leicht schrägen» Variationen der Olimpia beispielhaft, wenn auch beinahe auf Kosten ihrer Karriere. Aber sie wollte die Uraufführung nicht aufs Spiel setzen und tanzte, als könne ihr eine entzündete Achillessehne nichts anhaben: ein Trugschluss, wie sie später schmerzlich erfuhr. Zwei Jahre dauerte die Zwangspause, die sie nach der Premiere einlegen musste. Doch das Comeback der in Talgar, Kasachstan, geborenen Ballerina gelang triumphal – nicht nur als Erste Solistin des Stuttgarter Ballett, die sie bis 2014 war, sondern als weltweit gefragte Gastballerina so renommierter Häuser wie der Mailänder Scala, an der sie zuletzt als Giselle wie in Crankos ...

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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Praxis, Seite 56
von Hartmut Regitz

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