Gerda König: «Patterns Beyond Traces»

Bremen

Tanz - Logo

Gerda Königs Stücke spielen mit der Fähigkeit, der «Ability» – in dem sie mit disabled dancers arbeitet, ein Wort, das wohl kaum mit unfähig zu übersetzen ist. Dabei wirkt ihr Tanztheater oft etwas naiv zusammengehäkelt, wie bei anderen auch. Die Kölnerin hat auch Sinn für Pathos, aber bei ihr wirkt es schwerer. Das liegt am Betrachter, der einem behinderten Körper unwillkürlich das Signal «Problem» aufklebt.

Diesmal wird er ganz nah an die Bühne herangeholt, gleich zu Beginn drehen die «Patterns Beyond Traces» sentimentale Musik auf und sparen nicht mit magentaroten Lichtergüssen, aber nach kurzem Schaudern steigt man ein.

Reduktion ist hier Prinzip. Eine wulstige Spirallinie auf der Bühne verbindet ein Außen mit einem Innen. So wie sich das Muster aus Tüchern verändert – zum Kreis ausgelegt, als Einzelteile an die Tänzerglieder gebunden oder in Schüsseln gelegt –, verändern sich der Raum, die Körper, das Miteinander, ganz unspektakulär. Langsam tritt ein Mann nach dem anderen auf, die Arme beschreiben Bögen, Hände schieben Beine vorwärts. Wiederholte Bewegungen machen die Tänzer in ihrer goldseidenen Kleidung einander ähnlich, nie gleich. Ihre Entspanntheit entwaffnet.
Mal stehen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2009
Rubrik: Gastspiel, Seite 34
von Melanie Suchy

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das Liebe Geld

«Ich brauche ja wenig Geld zum Leben», seufzt die Choreografin Ingeborg Liptay in ihrer Wohnung in der, so wörtlich, «Straße der Schatzmeister der Börse» im Herzen von Montpellier. Sie zeigt den Stuhl, auf dem einst ihr Lehrmeister Kurt Jooss Platz nahm, als er sie besuchte. Was Liptay betrübt, ist, dass sie ihre Stücke kaum noch aufführen kann. Deren Thema ist die...

Jenseits

Sasha Waltz tanzt auf dem Sommerfest der Deutschen Akademie Rom, im Garten der berühmten Villa Massimo. Hier genoss sie zwei Monate lang ein Stipendium und widmete sich verstärkt der Bildenden Kunst. Sie hat gezeichnet und collagiert in ihrem großzügigen Wohnatelier und in einem großen Park – eine Auszeit, die Teil des deutschen Praxisstipendiums für bereits...

Leserbriefe

Leserbriefe zu ballet-tanz 8/9 09 Die Erinnerung hat Ingeborg Liptay in «Pina, die Tänzerin»  einen Streich gespielt: In der von ihr erwähnten Einstudierung des «Grünen Tischs» von Kurt Jooss tanzte Pina Bausch nicht «die Rolle des Mädchens, dessen Liebhaber in den Krieg ziehen muss», sondern die Rolle der Mutter.

Ingeborg Liptay verließ Essen 1960 (wenn ihr...