IM «Tänzer»
Aktenberge. Allein die Abschriften seiner Telefongespräche füllen vier schwere Ordner. «Telefongespräche der banalsten Art», erinnert sich Claus Schulz, der mehr und mehr den Eindruck gewinnt, als ob die Informanten der Staatssicherheit (Stasi) um jeden Preis Material geliefert hätten – und sei’s nur Lug und Trug gewesen. «In meinen Akten stehen Sachen drin, die sind nicht zu glauben», schnaubt er, Zornesröte steigt ins Gesicht, kaum dass er sich den Morgen im Lesesaal der sogenannten Birthler-Behörde wieder ins Gedächtnis ruft.
Erst nach einiger Zeit hat er begriffen, wer der «Star» eigentlich ist, von dem in den Berichten immer wieder die Rede ist, und wer der «Wald»: sein inzwischen verstorbener Lebensgefährte aus der Bundesrepublik. Zur Erklärung: «Ich hatte seinerzeit am Müggelsee ein Grundstück. Wenn wir uns mal unter vier Augen unterhalten wollten, sind wir dazu einfach in den Wald, wo man uns wohl beobachten, aber nicht belauschen konnte.» Also heißt es lapidar im Protokoll: «Wald» und «Star» unterhalten sich von ... bis ... Nach drei Stunden hat Schulz von der Lektüre seines vermeintlichen Lebens die Nase voll. Wütend klappt er den Aktendeckel zu, macht sich vor dem ...
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Er habe Hochachtung vor Kenneth MacMillans Klassiker, glaube aber, dass heute andere Formen der tänzerischen Darstellung möglich seien. Sagt Gonzalo Galguera und verwendet in Magdeburg pikanterweise genau jenes Arrangement verschiedener Musiken von Jules Massenet aus Opern, Oratorien, Orchestersuiten, das Leighton Lucas 1974 für MacMillans Londoner Uraufführung...
Er hat etwas von einem Apoll. Im Ballett begleiten ihn vier Frauen, die das Programmheft nicht ganz grundlos als seine Musen bezeichnet. Gleich einem Gott fühlt sich Percy Bysshe Shelley frei genug, seine Liebe so zu leben, dass sie sich in seinen Gedichten zur reinsten Poesie läutert. «Vielleicht hätte er», schrieb Wolfgang Koeppen über einen der bedeutendsten...
Im Jahr 2002 herrschte an der Côte d’Ivoire ein Bürgerkrieg, der bis heute nicht beendet ist. Niemand weiß, wer wirklich der Gegner war und ist, sagt der Tänzer Franck Edmond Yao, hier genannt Le président. «Immer heißt es, die greifen uns an. Das sind vielleicht von Franzosen bezahlte Burkinesen, die Armen, die aus dem Norden den Süden angreifen, die Politiker...
