Gelobtes Land
Dieses Mal war natürlich alles ganz anders als im Mai 2015, als das dem Bayerischen Staatsballett assoziierte Bayerische Junior Ballett München (BJBM) erstmals sehr erfolgreich in Israel gastierte. Die Juniorkompanie, gegründet im Jahr 2010 noch unter Konstanze Vernon, dient als lehrreiche Atempause zur künstlerischen Selbstfindung zwischen Studium und Engagement für 16 Tänzerinnen und Tänzer, die nicht jünger als 17 und nicht älter als 20 Jahre alt sein dürfen. Die Köpfe des Ensembles sind Ivan Liška sowie Trainings- und Probenleiter Olivier Vercoutère.
In jenem Frühling vor sieben Jahren herrschte vergleichsweise Ruhe im Land Israel, also auch so eine Art Atempause. Nur in der Altstadt Jerusalems nahm man es damals mit den Vorsichtsmaßnahmen noch genauer als üblich, weil die Vorherrschaft der Juden auf dem Tempelberg wieder einmal infrage gestellt wurde. Ivan Liška, Direktor des Bayerischen Staatsballetts von 1998 bis 2015 und seit 2008 Nachfolger von Vernon-Ehemann Fred Hoffmann der beim Junior Ballett federführenden Heinz-Bosl-Stiftung, plante und begleitete damals wie heute das Gastspiel. Die bei einem Israelbesuch obligatorische Station an der Klagemauer empfand er 2022 doch ...
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Tanz Mai 2022
Rubrik: Report, Seite 52
von Eva-Elisabeth Fischer
Sie sind noch da, die sich an den Achseln kratzenden Affen, die anmutig schleichende Pantherkatze, das raufende Wolfsrudel. In der Darstellung durch menschliche Performer*innen sind die Tiere kinderleicht zu erkennen, wie man das eben erwartet von einer tänzerischen Adaption des «Dschungelbuchs». Auch Namen wie Mowgli und Baghira, Balu und Kaa haben der Choreograf...
«Schlimme Geschichten» seien es, die die Kinder erzählen, sagt Tadeusz Matacz, Leiter der Stuttgarter John Cranko Schule. Wie in allen großen Ballettakademien sind auch hier Kinder aus der Ukraine untergekommen, genauer gesagt Ballettschüler, die hier ihre Ausbildung fortsetzen können. Manche wurden von den Eltern gebracht, manche kamen ganz alleine im Bus viele...
JAHRESTAGE. GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE DES TANZES
Die Musealisierung des Tanzes ist ein zweischneideiges Schwert: Einerseits ist der Tanz flüchtig wie kaum eine andere Kunst, exisitiert nur im Moment der Aufführung. Andererseits will man natürlich archivieren, der Nachwelt etwas hinterlassen. Das Deutsche Tanzarchiv in Köln hat diese Aufgabe übernommen und...
