geheimnisträger
Wer teilt eigentlich – jenseits des Stadttheaters – Produktionsgelder, Residenzaufenthalte, Gastspielgelder, Künstlerpreise zu? Meist: mehrköpfige Jurys. Hinter verschlossenen Türen tagen sie, oft ein- bis zweimal im Jahr – als städtische Gremien, auf Länder- und Bundesebene, bei Stiftungen. Dass nicht ein Einzelner in feudalistischer Manier den Daumen hebt oder senkt, erweckt den Anschein von Demokratie oder Gerechtigkeit. Doch die Geldgeber, die solche, wie es heißt, «unabhängigen Fachleute» berufen, verstecken meist deren Namen.
Das wirkt vielleicht objektiv, aber es verstärkt zugleich den Eindruck von Undurchsichtigkeit. Wird da nicht nur gemauschelt und geschachert?
Die Mitglieder einer Jury oder eines Kuratoriums werden oft auf Vorschlag angeworben und von den Auslobern, sei es ein Verband oder ein Kulturausschuss, gewählt. Meist sind die Amtszeiten befristet, damit Wechsel und Meinungsvielfalt Platz greifen. Doch viel Auswahl an Freiwilligen mit Fachwissen gibt es nicht, am wenigsten beim zeitgenössischen Tanz. Deshalb landen Journalisten in den Jurys, manchmal gleich in mehreren. Berufliche Vorteile ergeben sich daraus nicht, höchstens ein wenig Ehre. Die Arbeit ist meist ...
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Tanz März 2013
Rubrik: praxis, Seite 68
von Melanie Suchy
newcomer_________
anna süheyla harms
Wer ist die rothaarige Amazone, die da mitten in der Spielzeit auftaucht, fragten sich die Zuschauer im Frühjahr 2011 bei Gauthier Dance. Anna Süheyla Harms fällt auf, sie ist eine große, sinnliche Tänzerin mit langer Haarmähne und einer Persönlichkeit, die warm und spontan von der Bühne strahlt. Genau die richtige Wahl für die...
Nehmen wir mal an, die Granden vom FC Bayern München kommen zu dem Schluss: Wir brauchen einen neuen Trainer. Was tun sie dann? Sie überlegen, was sie mit den Elite-kickern erreichen wollen. Dann werden sie prüfen, welcher Spitzenmann diese Ziele mit dem Team ansteuern kann, die Arbeit potenzieller Kandidaten haargenau begutachten und womöglich Expertisen einholen....
stockholm_________
high heels too
Wer auf Pfennigabsätzen daherstöckelt, für den kann sich eine Stunde schon mal wie die Ewigkeit anfühlen. Das mag ein Grund dafür sein, dass Benoît Lachambre die sechs Tänzerinnen und Tänzer des Cullberg-Balletts nach 60 Minuten von «High Heels too» erlösen will. Zumal das «too» hier für nichts anderes steht als für das aufwändige...
