Frühlingsop(f)er
«Le sacre du printemps» fegt durch die choreografische Landschaft wie ein Schneeball, der zur Lawine anwächst. Von Lateinamerika bis Asien und Afrika begegnet man Choreografen, die erzählen, wie sie einst ein Video von Pina Bauschs «Frühlingsopfer» sahen und dann beschlossen, ihr Leben dem Tanz zu widmen. Einen ähnlich prägenden Einfluss hat sonst wohl nur Marcel Marceau bei den Mimen hinterlassen. Wer von Theater oder anderen Sparten zur inoffiziellen Bausch-Sekte wechselt und seinen «Sacre» wohl interpretiert hat, gehört bald zu den interessanteren Vertretern seiner Zunft.
Garantiert.
Aber wieso «Sacre»? Ist es der Hauch von Skandal, das Monströse, das Tier im Menschen? Vor einem Jahrhundert ging man noch auf die Kirmes, um sich zu vergewissern, dass das Mons-ter in der Bartfrau, der Negerin und im Missgebildeten schlummert. Heute leben sie im Fernsehen als Kannibalen, Amokläufer und drogenabhängige Stars. Periodisch werden Ängs-te vor den eigenen Abgründen kollektiv auf Behinderte, Einwanderer oder andere Minderheiten abgewälzt. Legt ein Künstler aber den Kunstfreunden nahe, das Monster doch in sich selbst zu suchen, kommt es zu aggressiven Reaktionen der Zuschauer, oder es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Deutschland
Augsburg
Theater
Gaetano Posterino choreografiert eine «Strawinsky-Trilogie»: «Pulcinella», «Les noces« und «Die Geschichte vom Soldaten». Komödie, 6. Febr.
Berlin
ada
«Corporeal Correspondence 2» und «Anything is Permitted to Us», Duette von Andrew Wass und Kelly Dalrymple-Wass. 13. Febr.
Dock 11
«Water in my solo» von Caroline Bo, die in ihrem Tanzstück...
Sie waren Schüler von Sensei Nakayama, trugen das Shotokan-Karate von der Tokushoku-Universität in Japan in die Welt und entwickelten eine eigene Trainingsmethode, «Aoki Bio Energy». Das französische Sportministerium hat Sie anerkannt, der Fußballverein von Bilbao engagiert Sie, Sie sprechen bei Konferenzen vor Wissenschaftlern und Unternehmern. Kommen auch Tänzer...
Mit dem Abitur erlangt man die Hochschulreife, der Weg danach führt aber meist an die Uni. Da-rum heißt die Folkwang-Hochschule in Essen jetzt Universität, mit BA- und MA-Abschlüssen. Wer hier Tanz studieren will, kann sich bis 1. April für eine Aufnahmeprüfung vom 28. Juni bis 1. Juli bewerben. Wo die Glücklichen dann studieren, ist für den Moment noch verwirrend:...
