Florentina Holzinger: «A DIVINE COMEDY»
Die nackten Körper springen und tanzen, drehen sich in Kreisen, fallen, baumeln von der Decke und stürzen in Abgründe. All dies, um dem Tod zu trotzen? Nach Hölle und Fegefeuer kommt bei Dantes «Göttlicher Komödie» das Paradies: Doch mehr als die Kapitelüberschriften übernimmt Florentina Holzinger von der literarischen Vorlage nicht. Auf die geschundenen Tänzerinnen wartet keine Erlösung. Die österreichische Choreografin nimmt die Zuschauer in ihrer neuesten «Show» mit auf einen Höllentrip, der die Themen Sterben und Tod bildgewaltig, auch etwas seelenlos umkreist.
Als Tänzer stirbt man zweimal: am Ende der Karriere und am Ende des Lebens. Die das sagt, hat einen Tod bereits hinter sich. Beatrice Cordua stand bis zu ihrem 45. Lebensjahr als Tänzerin u. a. für John Neumeier auf der Bühne. Nun tut es die 80-Jährige wieder, allerdings sitzt sie meist. Durch ihre Parkinson-Krankheit sei ihr Gang etwas unkoordiniert, sagt sie entschuldigend. Die Tänzerin ist das warmherzige Zentrum eines eher kühl durchexerzierten Totentanzes, der zwar teils schockierende Bilder produziert, aber nur wenig berührt.
Mit Spannung war die neue Inszenierung der Extrem-Choreografin Florentina Holzinger bei ...
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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Kalender, Seite 30
von Marion Meyer
paris
le rouge et le noir
Er war sechs Jahre alt, als er das erste Mal im Parkett des Palais Garnier saß – und der Tanzkunst von Stund’ an verfallen. Heute ist er 89, immer noch äußerst agil, aber gleichwohl überzeugt: «Das wird das letzte Stück, das ich mache». Pierre Lacotte hat sein ganzes Leben in Ballettsälen verbracht, vornehmlich in Paris, aber auch in...
Eigentlich bräuchte es einen Warnhinweis am Eingang: «Diese Ausstellung könnte Ihre political correctness verletzen.» In einer Zeit, in der weiße Bio-Deutsche sich keine Dreadlocks wachsen lassen dürfen, im Karneval bitte keine ethnischen Kostüme getragen werden und die Lyrik einer schwarzen Autorin auch nur von Schwarzen übersetzt werden sollte, ist «Global...
Um «Schwanensee» machen sie sonst einen großen Bogen, die vier modernen Choreografen, die Eric Gauthier zu Variationen auf den Klassiker eingeladen hat. Und doch ist ihre Auseinandersetzung mit dem alten Schinken oft deutlich tiefgehender, als man erwarten würde.
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