Ekstase

Entgrenzung, so weit das Auge reicht – im Kunstmuseum Stuttgart wird der Ausnahmezustand zum Ausstellungsgegenstand. Auch der Tanz ist vertreten. Wie und warum, erklären die Kuratorin Anne Vieth und der Choreograf Louis Stiens

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Anne Vieth, Sie leiten das Kunstmuseum Stuttgart, haben die «Ekstase»-Ausstellung kuratiert und greifen damit ein Phänomen auf, das unser rationales Zeitalter einerseits fürchtet, andererseits ersehnt – Stichworte: Drogen, Rausch, Kontrollverlust. Wie kam es auf Ihre Agenda? 

Anne Vieth: Es gab schon 2005 eine Ausstellung mit dem Titel «Ecstasy»- im Museum of Contemporary Art in Los Angeles, die sich aber vornehmlich mit der Gegenwartskunst befasste. Uns geht es hingegen darum, Ekstase als kulturhistorisches Phänomen zu beleuchten.

Wenn man durch die Kunstgeschichte streift, wird schnell deutlich, dass -Ekstase ein epochen- und kulturübergreifendes Thema ist. Die Auseinandersetzung damit beginnt in der Antike mit dem dionysischen Kult, den die Ausstellung anhand von Vasenmalereien veranschaulicht. Seither wird Ekstase in den unterschiedlichsten Künsten und in allen erdenklichen Varianten aufgegriffen. 

Wo liegt der Fokus der Ausstellung? 

AV: Einerseits auf der Bildenden Kunst, deshalb sind neben Gemälden, Zeichnungen, Fotografien und Skulpturen auch zahlreiche Videoarbeiten und raumgreifende Installationen zu sehen. Andererseits war es unser Anliegen, den Besuchern die Türen zu ...

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Tanz November 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 52
von Andrea Kachelrieß

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