DVD

Sergei Polunin

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Ein heulendes Häuflein Elend kauert da in der Ecke. Die private Kamera dokumentiert diesen wie so viele andere, glückliche und unglückliche Momente. Hier ist es die Mutter, die Tränen vergießt, weil sie den gerade mal 13-Jährigen verlassen muss. Das Ausnahmetalent wird allein in London bleiben, an der Royal Ballet School auf Anhieb drei Klassen überspringen, später in der Mutterkompanie eine Überflieger-Karriere starten. Um sich 2012, mit 22 Jahren, aus allem herauszukatapultieren – von Drogen gezeichnet, vorzeitig verschlissen, ausgeknockt.

«Meine Mutter hat sich fürs Ballett entschieden, nicht ich», erklärt Polunin in dem Dokumentarfilm «Dancer – Bad Boy of Ballet», der jetzt auch als DVD herauskommt.

Jahre später macht die Mutter dem Sohn ein Geständnis: «Ich habe beim Training nicht auf dich gewartet, weil es mir so gefallen hat. Sondern weil ich kein Geld für mehrere Busfahrten hatte.» Es sind sehr bescheidene Verhältnisse, aus denen Galina Polunina ihren Sohn herausmanövrieren will. Vater und Großmutter ackern für sein Schulgeld, an der Dauerbelastung zerbricht die Ehe der Eltern.

Steven Cantors Porträt zeichnet all das nach, und zwar ohne jeden Voyeurismus. Dem Regisseur ...

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tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Medien Februar 2017, Seite 61
von Dorion Weickmann

Vergriffen
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Deutschland

On tour

«Best of Rock the Ballet» mit Rasta Thomas’ Bad Boys of Dance: Hannover, Theater am Aegi, 2. Febr.; Lippstadt, 3. Febr.; Bremen, Musical Theater, 5. Febr.; rock-the-ballet.de

«piano piano» Acht Tänzerinnen und Tänzer aus drei Tanzensembles, K. Kvarnström & Co, Andersson Dance und Zero Visibility Corp., bewegen sich zur Musik von Franz...

St. Gallen

Beim «Reigen seliger Geister» in Christoph Willibald Glucks Oper «Orfeo ed Euridice» scheiden sich die choreografischen Geister. Die einen geben der Musik nach und schwelgen im Elysium. Die andern setzen eine minimale Bewegungssprache dagegen, so etwa Joachim Schlömer in den 1990er-Jahren in Basel, wo die Liebe zwar im Gesang siegte, nicht aber im Tanz. Dritte...

Figure Humaine

Sie fühlt sich an wie Bimsstein, sieht aus wie die Membran einer weißlichen Koralle, ist von Rillen und Furchen in zigtausendfacher Ausfertigung durchzogen und soll Hamburgs neues Wahrzeichen in die Weltliga der Konzerthäuser führen: die Gipsplatten-Verschalung, die der Akustiker Yasuhisa Toyota für die Wände der Elbphilharmonie entworfen hat. Organisch fügt sich...