Adieu
... Wenn ich meine Augen schließe und diesen Namen ausspreche, erscheint vor mir ein Mensch, so bunt wie ein Regenbogen. Ich kannte ihn seit 1973, aber wirklich kennengelernt habe ich ihn erst durch die Gründung des NDT III. Und ich liege sicherlich nicht allzu falsch, wenn ich behaupte, dass dieses Ereignis eine Wiedergeburt für Gérard bedeutete. Das war 1991, Gérard war gerade 55 geworden und befand sich in einem idealen Alter, um physisch-tänzerische Kräfte und theatralische Begabung zu einer unnachahmlichen Symbiose zu verbinden.
Zusammen mit Alida Chase, Sabine Kupferberg und Niklas Ek sowie den Choreografen Hans van Manen, William Forsythe und Mats Ek kreierten wir ein Team, das einen Neuanfang für ältere Tänzer ermöglichte. Und obwohl ich das Experiment scherzhaft ein Unternehmen «für Tänzer zwischen 40 und Tod» nannte, hatte es etwas Jugendliches in sich. Das war die Essenz, die Gérard bis ins Mark seiner Knochen fühlte und die seine Begeisterung weckte.
Gérard war ein großes Kind, und das meine ich keineswegs abschätzig. Im Gegenteil war gerade das seine große Gabe. Er konnte dieses «weise Kind» in unzähligen Metamorphosen auf die Bühne bringen, und das wiederum hat ihm ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ole Nørlyng war am Kopenhagener Royal Ballet keine graue Eminenz, sondern ein schillernder Lenker und Pädagoge für die Tänzerinnen und Tänzer, die an der Ausbildungsstätte unter dem Dach des Kongelige Teater heranwuchsen. Das Unterrichten war für ihn ein kreativer Prozess, also begegnete man ihm schon mal in einem der Kopenhagener Museen, umringt von aufmerksamen...
Choreographic captures sind ganz kurze, nur einminütige Clips, die schon zum achten Mal in 60 ausgewählten Kinos im Vorprogramm den Appetit auf Tanz anregen sollen. Joint Adventures in München und Fête de la Danse in Genf haben dieses Jahr fünf Gewinner ermittelt. Der erste Preis geht an Manon Siv Duquesnay und Pere Joseph Vilaplana, ein Paar, das in «Xiuxiuejar»...
Als der Jesuitenpater Adamus Gertl im Sommer 1678 nach langer Reise aus Österreich den Hafen von Sevilla erreichte, ging es ihm wie vielen Missionaren: Er kam zu spät. Die spanische Flotte hatte bereits abgelegt. Das nächste Schiff nach Amerika sollte erst in einem Jahr auslaufen. So hatte er Zeit, das Leben in der Stadt zu beobachten. Wenig überraschend,...
