Abschied
Ole Nørlyng war am Kopenhagener Royal Ballet keine graue Eminenz, sondern ein schillernder Lenker und Pädagoge für die Tänzerinnen und Tänzer, die an der Ausbildungsstätte unter dem Dach des Kongelige Teater heranwuchsen. Das Unterrichten war für ihn ein kreativer Prozess, also begegnete man ihm schon mal in einem der Kopenhagener Museen, umringt von aufmerksamen Nachwuchstänzern. Er beobachtete alle Eleven mit Engelsgeduld und verstand es, auch die ausgeflippteren Künstlerpersönlichkeiten für sich einzunehmen.
Sein Hauptfach war die Musikwissenschaft, er spezialisierte sich auf den dänischen Baron Herman Løvenskiold, Schöpfer der Partitur für August Bournonvilles «La Sylphide». Das Interesse an Ballettmusik machte Nørlyng zur akademischen Ausnahmeerscheinung, zudem engagierte er sich gegen das Establishment und für die Schwulenbewegung. Später mündeten die Ergebnisse seiner Recherchen in Archiven und Bibliotheken in künstlerische Kooperationen mit Choreografen, die – wie etwa Peter Schaufuss, Frank Andersen oder Nikolaj Hübbe – Bournonville-Ballette zur Aufführung brachten. Dass mit Ole Nørlyng ein großes pädagogisches, psychologisches und künstlerisches Talent an zahlreichen ...
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Zwei fiktive Briefe, in der gleichen Nacht verfasst, aber unabhängig voneinander geschrieben. Im einen lässt Mata Hari Stunden vor ihrem Tod noch einmal ihr Leben Revue passieren, eine Tänzerin, so Paulo Coelho, die «erst unter dem Namen bekannt war, den ihre Eltern ausgewählt hatten ..., dann gezwungen war, ihren Ehenamen zu tragen ... und schließlich von den...
Sie fühlt sich an wie Bimsstein, sieht aus wie die Membran einer weißlichen Koralle, ist von Rillen und Furchen in zigtausendfacher Ausfertigung durchzogen und soll Hamburgs neues Wahrzeichen in die Weltliga der Konzerthäuser führen: die Gipsplatten-Verschalung, die der Akustiker Yasuhisa Toyota für die Wände der Elbphilharmonie entworfen hat. Organisch fügt sich...
Léon Bakst
Ein Blick, und man wird diese Szenerie nie wieder vergessen. Das gilt für viele Bühnenbilder und Kostüme, die Léon Bakst (1866 – 1924) für die Ballets russes entworfen hat. Ob «Shéhérazade», «Le Spectre de la rose» oder «L‘après-midi d‘un faune» – der Maler verstand es, jedes Sujet mit einer unverwechselbaren Ikonografie aufzuladen. So trug er mannigfach...
