Abschied
Ole Nørlyng war am Kopenhagener Royal Ballet keine graue Eminenz, sondern ein schillernder Lenker und Pädagoge für die Tänzerinnen und Tänzer, die an der Ausbildungsstätte unter dem Dach des Kongelige Teater heranwuchsen. Das Unterrichten war für ihn ein kreativer Prozess, also begegnete man ihm schon mal in einem der Kopenhagener Museen, umringt von aufmerksamen Nachwuchstänzern. Er beobachtete alle Eleven mit Engelsgeduld und verstand es, auch die ausgeflippteren Künstlerpersönlichkeiten für sich einzunehmen.
Sein Hauptfach war die Musikwissenschaft, er spezialisierte sich auf den dänischen Baron Herman Løvenskiold, Schöpfer der Partitur für August Bournonvilles «La Sylphide». Das Interesse an Ballettmusik machte Nørlyng zur akademischen Ausnahmeerscheinung, zudem engagierte er sich gegen das Establishment und für die Schwulenbewegung. Später mündeten die Ergebnisse seiner Recherchen in Archiven und Bibliotheken in künstlerische Kooperationen mit Choreografen, die – wie etwa Peter Schaufuss, Frank Andersen oder Nikolaj Hübbe – Bournonville-Ballette zur Aufführung brachten. Dass mit Ole Nørlyng ein großes pädagogisches, psychologisches und künstlerisches Talent an zahlreichen ...
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... Wenn ich meine Augen schließe und diesen Namen ausspreche, erscheint vor mir ein Mensch, so bunt wie ein Regenbogen. Ich kannte ihn seit 1973, aber wirklich kennengelernt habe ich ihn erst durch die Gründung des NDT III. Und ich liege sicherlich nicht allzu falsch, wenn ich behaupte, dass dieses Ereignis eine Wiedergeburt für Gérard bedeutete. Das war 1991,...
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